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Künstler Biografie

Gottfried Helnwein. Selbstporträt. 1983. Farblithografie/Bütten. 31,3 x 23cm

Selbstporträt (Cover von „Blackout“ der Scorpions, 1983)

Gottfried Helnwein

*1948 Wien

„Künstler als Märtyrer“ (Peter Goosen, Kunsthistoriker)

Mit diesen Worten könnte man den künstlerischen Ausdruck von Gottfried Helnwein beschreiben. Physische und seelische Gewalt tauchen in unterschiedlichsten Formen in seinen Bildern auf. Ein auf seine Leiden reduzierter Mensch, der seine Qualen laut und offensichtlich oder leise untergründig hinausschreit, stehen im Mittelpunkt seiner Arbeiten. Auf hyperreale Art und Weise stößt er an die Grenzen von Provokation, eher einem Protest gleich, der sich gegen den gegenwärtigen Zustand der Welt richten soll, um Anregungen und Diskussionen anzustoßen.

„Neben Skizzen von Ballett tanzenden Hasen und gestiefelten Katzen, strangulierten und gestopften Enten finden sich Studien oder eher Wunschzeichnungen zu malträtierten Kinderköpfen, deren Münder durch Spangen und rosige Narben grauenhaft entstellt sind, aber gleichzeitig durch ihre höhnischen, Fratzen schneidenden Grimassen Ungehorsam, Widerstand, Aufruhr, so etwas wie kindliche Autonomie in der depravierten Erwachsenenwelt signalisieren.“ (Peter Goosen, 1985)

Vor allem mit Abbildungen von „malträtierten“ Kindern in schwierigen Szenen, wie dem Titelbild der Zeitschrift „profil“ in den 1970er Jahren, auf dem er ein Mädchen mit aufgeschlitzten Pulsadern zeigte, löste er heftige Reaktionen aus, ebenso mit fotografischen Selbstbildnissen mit Bandagen und chirurgischen Instrumenten. Ausstellungen wurden teilweise geschlossen und Werke von der Polizei beschlagnahmt. 1985 wird so auch der Vorschlag Rudolf Hausners (1914-1995) Helnwein als seinen Nachfolger die Leitung der Meisterklasse an der Akademie der Bildenden Künste in Wien zu übergeben, vom Großteil der Professorenschaft abgelehnt.

Um Leid und Gewalt zu verallgemeinern und somit offensichtlich darauf hinzuweisen, wird zum Hauptmotiv seiner Werke.
„Damit meine ich überhaupt nicht mich, sondern ich nehme mich, weil ich jederzeit als Modell verfügbar bin: Was ich meine ist einfach einen Menschen“ (Gottfried Helnwein)

1965-69 besuchte Helnwein die Graphische Bundes-Lehr-und Versuchsanstalt in Wien. Nach Abschluss seiner Ausbildung schrieb er sich als Meisterschüler von Rudolf Hausner an der Akademie der Bildenden Künste ebenda ein. Während dieser Zeit experimentierte er mit unterschiedlichen Techniken. Fotografie wird jedoch sein bevorzugtes Medium.

1985, im Jahr seiner ersten Albertina-Ausstellung, zog der Künstler nach Deutschland, wo er bis zu seinem Umzug 1997 nach Irland in der Eifel lebte.
2002 eröffnete er ein weiteres Atelier in L.A. Seit diesem Zeitpunkt pendelt er zwischen Amerika und Irland.