Sie besitzen ein Werk von Jakob Wilhelm Fehrle und möchten es verkaufen?

Melden Sie sich gerne bei uns. Über Fotos würden wir uns freuen! info@kunsthandel-stradmann.de

Bei Ankauf sofortige Zahlung. – Keine Vermittlung , keine Kommission –

Künstler Biografie

Jakob Wilhelm Fehrle. Stehender Frauenakt. 1943. Bronze/Kupfer. H 55cm

Jakob Wilhelm Fehrle

1884 Schwäbisch Gmünd – 1974 ebenda

Vor seinem Studium an der Kunstakademie in Berlin unter Paul Meyerheim (1842-1915) schloss Jakob Wilhelm Fehrle 1903 eine Ausbildung als Ziseleur ab. Mit Hilfe dieser Ausbildung konnte er während seines Studiums in Berlin in der Werkstatt des Bildhauers Wilhelm Widemann (1856-1915) arbeiten. 1905 wechselte er an die Akademie der Bildenden Künste in München in die Klasse von Balthasar Schmitt (1858-1942).

Nach seinem Abschluss in München bildete er sich kunsthandwerklich weiter. Gemeinsam mit Reinhold Nägele (1884-1972) widmete er sich dem Radieren und fand so seine Vorliebe für Bronze. 1911 eröffnete er daraufhin sein erstes eigenes Atelier am Montparnass in Paris, wo er mit Künstlern wie Georg Kolbe (1877-1947), Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) und Aristide Maillol (1861-1944) in Kontakt kam.

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Fehrle als Soldat eingezogen.
1918 kehrte er schließlich nach Schwäbisch Gmünd zurück und widmete sich wieder seiner Kunst, auch wenn die meisten seiner Werke, die vor 1914 entstanden waren, während des Krieges verloren gegangen sind. Kurz darauf heiratete er die Künstlerin Klara Fehrle-Menrad (1884-1954), mit der er ab diesem Zeitpunkt häufig gemeinsam Ausstellung bestückte. So auch 1922 zusammen mit Reinhold Nägele im Kunsthaus Schaller in Stuttgart oder den Ausstellungen der Stuttgarter Sezession.

1927 nahm er für zwei Jahre einen Lehrauftrag an der staatlichen Höheren Fachschule in Schwäbisch Gmünd an.
Nach Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde er Mitglied der Reichskulturkammer der bildenden Künste. Die Aufnahme in die Partei selbst wurde ihm jedoch verwehrt. Diese Ablehnung hielt ihn aber nicht davon ab, vermehrt Aufträge für den öffentlichen Raum anzunehmen. So fertigte er, unter anderem, 1935 eine überlebensgroße Büste Adolf Hitlers an, die im Festsaal der neuen Aula der Universität Tübingen stand. Seit 1945 ist diese Büste verschollen oder zerstört.

In seinen Werken setzte er sich vornehmlich mit dem weiblichen Körper auseinander.
Schlanke und überlange Proportionen sind charakteristisch für seine Figuren. Meist stehend, selten sitzen oder liegend, befinden sie sich in leichten Bewegungen, die natürlich erscheinen. Schmale Stoffpartien, später auch angedeutete gotisierte Gewänder bedecken Teile des Körpers. Zurückhaltung und Grazie können als Merkmal eines Jakob Wilhelm Fehrle genannt werden.