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Künstler Biografie

Marc Eemans. Landschaft. 1935. Öl/Leinwand. 80 x 100cm

Marc Eemans

1907 Dendermonde – 1998 Brüssel

Mit seinen surrealistischen und magisch realistischen Arbeiten eckte Marc Eemans in den Künstlerkreisen seiner Zeit oft an. Seine unkonventionellen Ansichten führten zu Missgunst und Unverständnis.

„Der Surrealismus ist ein Schöpfer und kein Schmeichler. Er ist das Werk eines gesunden Lebens und nicht die Perfektionierung eines Konzepts.“ (Marc Eemans)

Das Esoterische und Okkulte und die damit einhergehende Erforschung einer kosmischen Verbindung zwischen Poesie, mystischen Texten und Kunst machte er sich zum Ziel seiner Werke.

1910 zog die Familie des Künstlers nach Brüssel. Sein Vater als Kunstliebhaber besuchte dort  zahlreiche Ausstellungen und kam in direkten Kontakt mit den Künstlern des Kreises „Doe Stil Verder“, zu denen (1897-1965), Felix De Boeck (1898-1995) und Prosper de Troyer (1880-1961) zählten. Mit Hilfe seines Vaters kam Eemans selbst in Kontakt mit deren Kunst.

Recht früh begann er seine künstlerische Ausbildung an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Brüssel in der Klasse von Constant Montald (1862-1944) und Emile Fabry (1865-1966).
Beginnend mit seinen ersten Kontakten zu Brüsseler Künstlerkreisen verkehrte er in studentischen Künstlerkneipen, wie der „Le Diable-au-Corps“. So lernte er nicht nur Maler, sondern auch Dichter und Philosophen und damit auch ihre Werke der Romantik, Mythen und Märchen kennen.

1923 traf er auf diesem Weg Geert van Brunaene (1891-1964). Dieser betrieb gemeinsam mit (1898-1962) ein kleines Kunstzentrum „Le Cabinet Maldarror“, das jedoch schnell zu einer größeren Kunsthandlung florierte, die unter anderem Werke von Otto Dix (1891-1969), George Grosz (1893-1959), Wassily Kandinsky (1866-1944), László Moholy-Nagy (1895-1946), Constant Permeke (1886-1952) und René Magritte (1898-1967) verkauften. Van Brunaene prägte Eemans Entscheidung sich von der reinen abstrakten Kunst abzuwenden und dieser eine figurative Note zu geben.

Ab 1925 beschäftigte er sich gleichermaßen mit kunsttheoretischen Auffassungen. Vor allem das „Manifest des Surrealismus“ von André Breton faszinierte ihn, sodass er sich in seinen Werken mehr und mehr dieser Kunstgattung verschrieb.
Gemeinsam mit René Baert wurde er ein Jahr später in die „Société du Mystère“, gegründet durch Magritte, aufgenommen und begann sich redaktionell an surrealistischen Zeitschriften zu beteiligen. „Distances“ war eine davon. Sie wurde allerdings nur an einen ausgewählten Leserkreis versandt.

1928 erhielt Eemans seine erste Ausstellung in der Galerie „L’epoque“ in Brüssel, eine von dem Journalisten und Kunstsammler Paul-Gustave van Hecke (1887-1967) finanzierte Galerie.

Zwei Jahre später kam es zum Bruch mit dem Künstlerkreis um Magritte. Sein Hang zur Esoterik und zum Okkulten ließ ihn Werke schaffen, die als Bindeglied zwischen dem Unbewussten und dem surrealistischen Ausdruck stehen sollten. Anders als der Rest der Gruppe, der mit seinen Werken die Realität ohne Symbole abbilden wollte, gleich Abbildern der sichtbaren Welt anders geordnet.

Im gleichen Jahr gründete er den Verlag Hermés mit, der surrealistische Literatur, die genau diese Ansichten vertrat, verbreiten sollte. Statt Anklang erweckte der Verlag jedoch hauptsächlich Kontroversen, die eine zu konservative und gleichzeitig unkonventionelle Herangehensweise als Auslöser hatten.

Während der Kriegsjahre widmete er sich vor allem seinen redaktionellen Tätigkeiten. In dieser Zeit entstanden nur wenig malerische Werke. Seine konservative Neigung und Hang zum Okkulten brachten ihn dem Nationalsozialismus näher und damit verbundenen Zeitschriften, für die er tätig war.
Nach Kriegsende wurde er für diese Tätigkeiten verurteilt.

Ab diesem Zeitpunkt widmete er sich wieder seinen malerischen Werken.
Dennoch blieb er mit seiner Kunst umstritten, nicht nur für seine Haltung während des Zweiten Weltkrieges, sondern auch für seine spirituellen und künstlerischen Ansichten, die weiterhin nicht in das Bild des allgemeinen Kunstverständnisses passten.