Pierre Dmitrienko
1925 Pairs – 1974 ebenda
Auf abstrakte Art und Weise das Licht der ihn umgebenden Orte einzufangen, macht sich Pierre Dmitrienko zur Aufgabe innerhalb seiner Kunst. Die häufig auftretende schwarze Farbgebung lenkt den Blick auf das Wesentliche der Arbeiten. Die Farbe tritt in den Vordergrund und lässt die Form zweitrangig werden. Die so entstehende destrukturierte Realität zeigt verschiedene Bearbeitungsmechanismen, um sich mit Mensch und Geschichte auseinanderzusetzen.
„Ich habe den Eindruck, dass es nur geschehen kann, wenn ich die Figur des Bildlichen vollständig freigeben kann, um die Immanenz des Menschen, seine innere Wirklichkeit, seine Gegenwart zu begreifen. Ich muss eine Handschrift finden. Ein sichtbares Schreiben, frei von Erzählungen, frei von Zeit und Raum.“ (Pierre Dmitrienko)
In Paris geboren, wuchs er als Sohn einer griechischen Mutter und eines russischen Vaters mehrsprachig auf. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges begann er ein Architekturstudium an der École des Beaux Arts in Paris. Nebenbei widmete er sich autodidaktisch der Malerei. Nachdem er sich häufiger im Atelier von Conrad Kickert (1882-1965) aufgehalten hatte, brach er sein Studium ab, um sich ganz der Kunst widmen zu können. Vor allem die Werke Albert Gleizes‘ (1881-1953) faszinierten ihn und brachten ihm den Kubismus näher. Weiter von Paul Klee (1879-1940) inspiriert, beschäftigte er sich mit der Bedeutung von Farbe und ihrer Wirkung im kubistischen Bild.
1948 trat er der Künstlergruppe „ Mains éblouis“ bei, zu der abstrakter Pariser Künstler wie Serge Rezvani (*1928), Jacques Lanzmann (1927-2006) und Raymond Mason (1922-2010) gehörten.
Seine Werke konnte Dmitrienko das erste Mal bei seiner ersten Einzelausstellung 1950 in der Galerie de la Paix in Lausanne präsentieren. Zahlreiche weitere, auch internationale, Ausstellungen folgten. Ebenso wie Auszeichnungen und Preise.
Neben der Malerei, fertigte er nach dem Erwerb einer Druckpresse 1960, vermehrt Radierungen an. Ab 1965 widmete er sich außerdem der Bildhauerei. Flexible Formen, Kurven und gestreckte Linien zeichnen seine Skulpturen aus.
