Rupprecht Geiger
1908 München – 2009 ebenda
Die Reduktion auf Farben und Form spielt in Rupprecht Geigers Werk eine große Rolle. Leuchtende Farben, die in starken Kontrasten nebeneinander auftreten, erhalten einen autonomen Wert, aus dem sich die Form löst. Beide sind unabhängig voneinander und verschmelzen doch ineinander. Eine Klarheit der Form findet sich in der hauptsächlichen Nutzung der Ursprünglichkeit von Rechteck und Kreis, die nicht nur auf der Bildfläche aufgetragen werden, sondern auch teilweise die Form der Leinwand bildet. Ähnlich den irregulären Leinwänden (Shaped Canvases) eines Frank Stellas (1936-2024) überträgt er die Formensprache auf den gesamten Raum.
Als Sohn des Malers Willi Geigers (1878-1971) entdeckte er schon früh sein künstlerisches Talent.
1926 begann er sein Architekturstudium an der Kunstgewerbeschule in München. Nach seinem Abschluss drei Jahre später absolvierte er für zwei Jahre eine Maurerlehre, um 1933 ein weiteres Studium an der Staatsbauschule in München aufzunehmen. Zwei Jahre später schloss er dort ebenfalls erfolgreich sein Studium ab und arbeitete ab diesem Zeitpunkt bis Kriegsbeginn in verschiedenen Architekturbüros Münchens.
Die Malerei brachte er sich autodidaktisch bei. Während seines Kriegseinsatzes an der Ostfront 1940 entdeckte er seine Hingabe zur Malerei. 1943/44 wurde er teils als Kriegsmaler in die Ukraine und nach Griechenland geschickt.
Nach Kriegsende trat er dem Deutschen Künstlerbund bei und gründete gemeinsam mit Willi Baumeister (1889-1955), Rolf Cavael (1898-1979), Gerhard Fietz (1910-1997), Willy Hempel (1905-1985), Brigitte Matschinsky-Denninghoff (1923-2011) und Fritz Winter (1905-1976) die Künstlergruppe ZEN49, die gemeinsam eine neue Kunst im Nachkriegsdeutschland schaffen wollten, die losgelöst war von den Belastungen der Vergangenheit.
1958 nahm er für drei Jahre eine Stelle als künstlerischer Berater der Marburger Tapetenfabrik an. Anschließend leitete er für über zehn Jahre die Malerei Klasse der Kunstakademie Düsseldorf.
Seine Werke werden heute im Archiv Geiger, seinem ehemaligen Atelierhaus in München, verwaltet und sind in öffentlichen Führungen zugänglich. Weitere seiner Werke befinden sich im öffentlichen Raum.
