Theo von Brockhusen
1882 Olecko – 1919 Berlin
Theo von Brockhusens zwischen Impressionismus und Expressionismus schwankenden Landschaften erstrahlen lichterfüllt. An französischen Vorbildern orientiert gibt er vor allem die Umgebung der Havel sommerlich hell, teils aber auch wolkig und windig wieder.
1903 beginnt der Künstler sein Studium an der Kunstakademie in Königsberg bei Ludwig Dettmann (1865-1944) und Olof Jernberg (1855-1935). Ein Jahr später zieht er nach Berlin, wo er sich mit seinem Beitritt in die Berliner Secession sofort in die dortige Kunstszene einfindet. 1912 wird er zudem für ein Jahr in deren Vorstand gewählt.
Mit seinem Umzug nach Berlin etabliert er sich nicht nur innerhalb der Künstlerschaft, sondern knüpft auch Kontakt zu dem Berliner Galeristen Paul Cassirer, mit dem er sich durch Zusammenarbeit finanziell absichern kann.
In dieser Zeit unternimmt er zahlreiche Reisen durch Europa, um sowohl die Landschaften als auch die Künstler zu studieren und kennen zu lernen.
Bei einem Aufenthalt in Nieuwpoort trifft er Max Liebermann (1847-1935). Seine impressionistischen Abbildungen des Strandlebens inspirieren ihn zu seinen Havellandschaften, ebenso seine Sommerurlaube am Schwielowsee, wo er ab 1907 regelmäßig hinfährt. Landschaften zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten wiederzugeben, macht er sich zur Aufgabe.
Genau wie der Schwielowsee wird die Künstlerkolonie Nidden zu einem favorisierten Erholungs- und Studienort. Bekannt geworden durch Ernst Bischoff-Culm (1870-1917) und Eduard Anderson (1873-1947) trafen sich dort häufig Schüler und Lehrer der Kunstakademie Königsberg. Gemeinsam mit Brockhusen halten sich dort Waldemar Rösler (1882-1916), Arthur Degener (1888-1972) und Alfred Partikel (1888-1945) auf. Sie alle verbindet der Drang zur Freilichtmalerei und gefühlten Wiedergabe der Natur.
Durch eine Reise nach Paris 1909 und dem Kontakt zu Werken Vincent van Goghs () erfährt sein Werk eine Entwicklung hin zum Expressionistischen. Vor allem die kräftige Pinselführung und die leuchtenden Farben werden für seine Arbeit relevant.
Für sein Werk erhält von Brockhusen 1913 den Villa-Romana-Preis, ein deutscher Kunstpreis, der dem Gewinner einen Aufenthalt in Florenz zum künstlerischen Studium ermöglicht.
Nach seiner Rückkehr nach Berlin, gründet er inspiriert durch seinen Aufenthalt in Florenz, unter anderem mit Liebermann, die Freie Secession, zu deren Präsident er 1918/19 gewählt wird.
Nach seinem Tod wird der Künstler durch zahlreiche Ausstellungen geehrt, beginnend mit einer Ausstellung in seinem Todesjahr. Durch einen weiblichen Akt von Fritz Klimsch (1870-1960) hervorgehoben gilt sein Grab bis 2014 als Ehrengrab in Berlin.
