Albert Bierstadt

1830 Solingen – 1902 New York

Gebirgslandschaft mit Wasserfällen

Öl / Leinwand / Malkarton  55 x 39,5cm

Signiert.

Albert Bierstadt gehörte zu den bekanntesten Malern der Düsseldorfer Malerschule und wird mit seinen monumentalen Ölpanoramen des amerikanischen Westens zu den wichtigsten Vertretern der Hudson River School gezählt.

Als der Maler zwei Jahre alt war, wanderte seine Familie in die USA aus. Dort wurde im Laufe seiner Kindheit sein Interesse für die Malerei geweckt und er begann sich das Malen autodidaktisch beizubringen.
Ab 1850 arbeitete er as Zeichenlehrer.
Da sein Wunsch nach einem Studium der Malerei wuchs, kehrte er 1853 nach Deutschland zurück um dort bei einem Cousin seiner Mutter, Johann Peter Hasenclever (1810-1853), zu studieren. Da dieser kurz vor Bierstadts Ankunft verstorben war, wurde er von dessen Malerfreuden an die Kunstakademie in Düsseldorf empfohlen.
Dort studierte er unter Carl Friedrich Lessing (1808-1880) und Andreas Achenbach (1815-1910).
Während seines Studiums lernte er Emanuel Leutze (1816-1868) kennen, dem er sich anschloss. Beiden gemeinsam war ihre Kindheit in den USA und die Suche nach den eigenen europäischen Wurzeln.
Auch bereiste er in dieser Zeit gemeinsam mit Sanford Richard Gifford (1823-1880) und (1820-1910) Deutschland, die Schweiz und Italien. Er brachte von dieser Reise zahlreiche Skizzen mit, die ihm später als Vorlagen für seine Ölpanoramen dienten.
Nach Abschluss seines Studiums kehrte er 1857 in die USA zurück.
In New York stellte er ab diesem Zeitpunkt bei der Jahresausstellung der National Academy of Design aus, der er 1860 beitrat.
Zwei Jahre nach seiner Rückkehr nahm Bierstadt an einer Expedition durch den Westen Amerikas teil. Viele Skizzen, Fotografien und Artefakte dienten ihm im Anschluss als Vorlagen für seine Gemälde.
Nach seiner Rückreise bezog er im Künstlerhaus The Tenth Street Studio Building in Manhattan sein Atelier.
1863 begab er sich erneut auf eine Reise. Diesmal mit dem Schriftsteller Fitz Hugh Ludlow (1836-1870). Gemeinsam reisten sie durch die Rocky Mountains, das Yosemite Valley, durch Oregon zum Columbia River bis an die nördliche Pazifikküste Amerikas. Ludlow veröffentlichte nach dieser Reise ein Buch darüber. 1867 hielt er sich für zweieinhalb Jahre mit seiner Frau in Europa auf. Unter anderem stellte er in dieser Zeit in der Königlichen Akademie der Künste in Berlin aus. Dort erregten seine Werke großes Ansehen.
1874 bezog er mit seiner Frau in Irvington-on-Hudson die Villa Malkasten, die er nach dem Vereinshaus der Düsseldorfer Künstlervereinigung Malkasten benannt hatte.
In den 1880er Jahren unternahm er noch einmal Reisen durch Nordamerika.
1882 siedelte er, nach einem Brand in seinem Atelier in der Villa Malkasten, wieder nach New York über. Zeitlich verschwand nach und nach das Interesse an seinen Werken, sodass er 1895 seinen Bankrott erklären musste.
Nach seinem Tod geriet er in Vergessenheit bis er in den 1960er Jahren im Zuge der Natur- und Umweltbewegung in den USA wiederentdeckt wurde.

Seine Werke sind geprägt durch eine verklärt-romantische Beschwörung des amerikanischen „Wilden Westens“ zu einem Paradies.
In akademisch komponierter Weise schaffte Bierstadt mit oft dramatischen Lichteffekten und kleinen Veränderungen der Landschaft eine ideale Komposition der, von ihm gedachten, Stimmung.
Meist in monumentaler Weise gab er seine Landschaften wieder

Auch seine „Gebirgslandschaft mit Wasserfällen“ zeigt diesen verklärt-romantischen Blick in die Weite. Auf einer Anhöhe stehend blickt man über eine Berghütte und sich staffelnde Bergmassive in die Ferne, die nebulös in weißen Wolkenbergen verschwindet.
Hier wird eine Idylle geschaffen, die man sich kaum vorstellen mag und durch die Fernweh ausgelöst wird. Wie der Blick durch ein Fenster erstreckt sich die Landschaft vor dem Betrachter und zieht ihn in ihren Bann. In stimmungsvolles helles Licht getaucht vermittelt Bierstadt hier das Gefühl eines schönen Frühlingstages in den Bergen. Fast paradiesisch erscheint ein Teil der neuen Welt, die für viele Menschen Europas zu dieser Zeit noch unentdeckt war.