Egbert Lammers
1908 Berlin – 1996 Piesenkam
Porträt Kurt-Georg Kiesinger als Student in Berlin
Öl / Leinwand 90 x 70cm
rückseitig signiert und datiert 1928
Aus dem Nachlass des Altbundeskanzlers K.G.Kiesinger
Als Staatssekretär im Preußischen Kultusministerium kam Egbert Lammers Vater in Kontakt mit zahlreichen Künstlern und dadurch auch Lammers selbst. Unter anderem verkehrten sie mit Edwin Scharff (1887-1955), Friedrich Ahlers-Hestermann (1883-1973) und Gottfried Heinersdorff (1883-1941).
Wilhelm Straube (1871-1954), bei dem er seinen ersten Zeichenunterricht erhielt, lernte er auf eben diese Weise kennen.
Nach seinem Schulabschluss studierte er zunächst Philosophie und Kunstgeschichte in Berlin. Um sich künstlerisch weiterzubilden, besuchte er nebenher die private Kunstschule von Willi Jaeckel (1888-1944) und nahm privaten Unterricht bei Hans Purrmann (1880-1966) und Eugen Spiro (1874-1972).
1931 promovierte er in Bonn bei Paul Clemien (1866-1947), dem ersten Provinzialkonservator der Rheinprovinz. Ein Jahr später nahm er für vier Jahre eine Lehrstelle an der privaten Modeschule von Herwarth Walden (1878-1941) und Richard Dillenz in Berlin an. Ab 1936 war er freischaffend tätig. Vor allem Aufträge für Glasfenster, wie in der Berliner Siemensstadt, gehörten zu seinen öffentlichen Kunstwerken.
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er noch zur Wehrmacht eingezogen und geriet recht schnell in englische Gefangenschaft. Nachdem er Ende 1945 entlassen wurde, zog er nach Werl, wo er hauptsächlich Porträts anfertigte und kunsthistorische Vorträge, sowie Unterricht an Schulen hielt.
Ab 1952 bekam er wieder öffentliche Aufträge, sodass er daraufhin 1956 ein Atelier in Werl eröffnete.
Seine sakralen Glasfenster, mit denen er Kirchenfenster und Synagogen schmückte, sind der bekannteste Teil seines Oeuvres. Mit seinen ausdrucksstarken Motiven und Farbgebung setzte er einzelne sakrale Themen in Szene.
Dieses Können zeigt sich auch in seinem Porträt des jungen Kurt-Georg Kiesinger. Mit ausdrucksstarken Blick und prägnantem Auftreten, lässt er den Dargestellten wirken.


