Erich Kips

1869 Berlin – 1945 ebenda

Tempel zu Nikko in Japan

Öl / Leinwand   80 x 110cm

Signiert.

Der Sohn des Künstlers Johann Friedrich Kips (1791-1867) und Bruder des Malers Alexander Kips (1858-1910) begann mit 18 Jahren eine Ausbildung an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin unter Emil Doepler d.J. (1855-1922) und Max Friedrich Koch (1859-1930).
1889 schrieb sich Erich Kips an der Kunstakademie in Karlsruhe ein. Er besuchte hauptsächlich die Portraitklasse von Caspar Ritter (1861-1923).
Ein Jahr später war er neben Franz Skarbina (1849-1910) und Marie Davids (1847-1905) Privatlehrer der Malerin Margarethe Raabe (1863-1947).
1893 unternahm er eine Reise in die USA. Dort erstellte er ein Deckengemälde („Allegorie der Germania“) für das Deutsche Haus der Weltausstellung 1893 in Chicago.
Er arbeitete in dieser Zeit mit Otto Lessing (1846-1912) an der Gestaltung der Haupthalle der deutschen Sektion.
Zwischen 1892-98 schuf er für das preußische Abgeordnetenhaus monumentale Wandgemälde.
In dieser Zeit unternahm er eine dreijährige Italienreise währenddessen er viele aquarellierte Landschafts- und Architekturstudien anfertigte.
1896/97 besuchte er die Académie Julian in Paris und studierte dort unter William Bouguereau (1825-1905), Eugène Girardet (1853-1907) und Gabriel Ferrier (1847-1914).
Im Folgejahr nahm er an der Großen Münchner Kunstausstellung (GMK) teil. 1901 stellte er bei der Großen Berliner Kunstausstellung (GBK) aus.
Nach zahlreichen Aufträgen und Ausstellungen fertigte Kips 1919 gemeinsam mit Fritz Grotemeyer (1864-1947) zum 50. Hafengeburtstag Wilhelmshavens eine monumentale Auftragsarbeit an, die das erste preußische Panzergeschwader von 1871 zeigte.
1924 stellte er im Rahmen einer Schau der Künstlergruppe „die Aehre“, zu der Künstler wie Martin Frost (1875-1928), Heinrich Möller (1835-1929) und Willy Brandes (1876-1946) zählten in der Galerie Eduard Schulte in Berlin aus.
Sechs Jahre später unternahm er eine fünfmonatige Weltreise mit dem Luxusdampfer „Resolute“, mit dem er 1932 erneut in See stach. Häufig taucht dieses Schiff in seinen Werken auf.
Unterwegs fertigte er Landschafts- und Stadtansichten oder Ansichten der Sehenswürdigkeiten an. Vor allem der asiatische Kontinent prägte ihn auf dieser Reise. Seine Werke, die unterwegs entstanden waren, wurden in Folge der Reise als Werbekatalog in mehreren Auflagen zu den Reisen der Gesellschaft HAPAG (Hamburgisch-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft-Actien-Gesellschaft), eine deutsche Reederei in Hamburg und seit 1970 zugehörig zur Hapag-Loyd AG, publiziert.
Im gleichen Jahr, in dem er das erste Mal an der Kreuzfahrt teilnahm, wurde er in Dresslers Kunsthandbuch aufgenommen, das über 32.000 Künstler, Altertumsforscher, Kunstgelehrte und Kunsthistoriker führte, die in den 1920er Jahren in Deutschland lebten.
1942 schuf er im Foyer des vierten Ranges der Berliner Staatsoper gemeinsam mit Professor Ernst Fey Wandbilder.
Von 1911-39 war er Mitglied des Vereins Berliner Künstler (VBK).

Anfangs war Erich Kips hauptsächlich als Figurenmaler tätig. Genrebilder mit allegorischen Darstellungen sind vor allem für seine Frühphase charakteristisch.
Im weiteren Verlauf seiner Schaffensphase widmete er sich mehr und mehr Landschafts- und Stadtansichten. Besonders Hafen- und Marinedarstellungen gehörten zu seinen Hauptmotiven.
Wandmalereien und Grafiken lassen sich ebenso zu seinen Werken zählen.

Seine Darstellung des Tempels von Nikko zählt zu den herausragendsten seiner Werke.
Die Tempel-/Schreinanlagen im Nationalpark von Nikko in Japan zählt zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten. In Kips' Werk zu sehen ist der Nikko-Toshogu-Schrein. Zu Ehren von Ieyasu Tokugawa, ein berühmter Samurai-Führer Japans des 17. Jahrhunderts, errichteten 127.000 Handwerker in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts die Gebäudeanlage. Detailgetreu gibt er das Hauptgebäude der Anlage wieder und erweckt durch die Figurenstaffage den Eindruck einer Momentaufnahme.
An diesem Werk wird die bildliche Dokumentation seiner Weltreise deutlich. Kultur und Leben gibt er wieder und hält so seine persönlichen Eindrücke fest.