Hedwig Ranafier-Bulling

1882 Oldenburg – 1961 ebenda

Flaneure im Schlossgarten

Öl / Leinwand     70 x 100 cm

Signiert.

Die Künstlerin Hedwig Ranafier-Bulling ist trotz ihrer künstlerischen Begabung heute nur noch wenig bekannt und ihre Arbeiten tauchen nur selten auf, da sie sich hauptsächlich in Privatbesitz befinden.

Man kann annehmen, dass sie sich schon früh mit Malen und Zeichnen auseinandersetzte.
Auch besuchte sie eine private Malschule in Dötlingen, über die sie ebenfalls Kontakt zur Dötlinger Künstlerkolonie bekam. Dort erhielt sie Unterricht von Georg Müller vom Siel (1865-1939), der die Malschule in den Sommermonaten für Frauen geöffnet hatte. Die meisten Akademien waren diesen verwehrt.
Unter vom Siel ließ sie sich hauptsächlich in der Freilichtmalerei ausbilden.
Neben Ranafier-Bulling gehörten Louise Droste-Roggemann (1865-1945), Gertrud Freifrau von Schimmelmann (1875-1945), Lily Fuhrken (vor 1939), Gretchen Francksen (1886-1975) und Marie Stumpe (1877-1946) zu den Schülerinnen dort.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hielt sie sich wahrscheinlich längere Zeit in München auf und erhielt dort vermutlich an der Kunstgewerbeschule in München Unterricht.
Nach Abschuss ihres Studiums kehrte sie nach Oldenburg zurück und trat dort dem Oldenburger Kunstverein bei. Über diesen beteiligte sie sich an der 339. Kunstausstellung des Vereins 1912.
Auch heiratete sie in dieser Zeit Max Ranafier, Sohn des Oberbaurates Heinrich Ranafier. Nach ihrer Hochzeit widmete sie der Malerei nicht kaum noch Zeit und stellte ihre Karriere hinter die ihres Mannes. Gemeinsam zogen sie nach Erfurt, Essen und schließlich 1937 nach Berlin. Ein Jahr später hielt sich ihr Mann längere Zeit in New York auf, ob aus beruflichen oder politischen Gründen ist unklar. Sicher ist, dass Ranafier-Bulling für längere Zeit alleine in Berlin wohnte.
1940 kehrten sie schließlich nach Oldenburg zurück. Auch dort widmete sie sich nur noch selten der Malerei.

In ihrem Gemälde „Flaneure im Schlossgarten“ stellt sie gekonnt ihr künstlerisches Talent zur Schau. Dem Anschein nach ein Freilichtgemälde, dass den Moment der Betrachtung einfängt. In offener und schneller Manier ist eine gekonnte Darstellung entstanden, die ihre Zeit und die vorherrschende Stimmung widerspiegelt.