Oskar Kreibich

1916 Seifersdorf- 1984 Backnang

St. Nikolaus-Kirche in Prag

Öl / Leinwand    200 x 150 cm

Signiert.

Oskar Kreibich studierte sechs Jahre an der Akademie in Prag unter Heinrich Hönich (1873-1957). Anschließend wechselte er als Meisterschüler von Hans Meid (1883-1957) an die Preußische Akademie der Künste in Berlin.
Ab diesem Zeitpunkt beschäftigte er sich hauptsächlich mit Bildnissen, Landschaften und Städteansichten.
1941-1942 arbeite er in der Villa Massimo in Rom. Ein Jahr später erhielt er den Villa-Romana-Preis. Auf Grund des Krieges konnte er allerdings nicht nach Florenz reisen, um den Preis entgegen zu nehmen.
Auch befand er sich während des Zweiten Weltkrieges in sowjetischer Kriegsgefangenschaft.
Nachdem er aus der Gefangenschaft entlassen wurde, siedelte er 1946 nach Backnang über und war dort als freischaffender Künstler tätig.
1979 wurde er schließlich an die Sudentendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste in München berufen.

Seine Ansicht der Nikolaus-Kirche in Prag zeigt eine detailgetreue Wiedergabe der barocken Kirche der Prager Kleinseite.
In einer winterlich-düsteren Abendstimmung gehalten blickt man auf das Langhaus des Kirchenbaus. Die gesamte Straßenszenerie mit eingefasst findet man sich schnell zurecht, sodass sich die Kirche direkt verorten lässt.
Eine so detailgetreue Wiedergabe zeigt vielleicht die Hingabe des Künstlers zur Stadt, in der er einige Jahre studiert hat. Genauso vielleicht auch eine Erinnerung, die er möglicherweise während seiner Kriegsgefangenschaft festgehalten hat.

Literatur:

  • Oskar Kreibich, in: Vollmer Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts. Bd. 6, E. A. Seemann Verlag, Leipzig, 1958