Anita Rée. Selbstbildnis. 1930. Öl / Leinwand.

Selbstportrait Anita Rée, 1930

Anita Rée. Teresina. 1925. Öl / Leinwand. 80,5 x 60cm

Teresina

Anita Rée. Fischersfrau mit Tauben. um 1922

Fischersfrau mit Tauben

Anita Rée. Weiße Bäume. 1925

Weiße Bäume

Anita Rée

1885 Hamburg – 1933 Kampen (Sylt)

Die Malerin Anita Rée nahm zu Anfang ab 1905 Malunterricht bei Arthur Siebelist (1870-1945). 
Unsicher ob sie überhaupt zur Malerin taugte, suchte sie sich künstlerischen Rat bei dem Maler Max Liebermann (1847-1935). Dieser erkannte ihr Talent.
Da es zu dieser Zeit noch keine akademische Kunstausbildung für Frauen in Hamburg gab, blieb sie nach der Bestätigung durch Liebermann bis 1910 bei Siebelist in der Ausbildung.
Ungefähr zeitgleich schloss sie sich mit Franz Nölken (1884-1918) und Friedrich Ahlers-Hestermann (1883-1973) zu einer Ateliergemeinschaft zusammen. Diese zerbrach jedoch recht schnell wieder auf Grund ihrer unerwiderten Liebe zu Nölken.
1912/13 hielt sie sich in Paris auf. Dort verkehrte sie vor allem im Umkreis des Aktkurses von Fernand Léger (1881-1955). 
In dieser Zeit erhielt sie einige Anerkennung für ihre Portraits. 
1919 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Hamburgischen Secession.
Darüber lernte sie Künstler wie Gretchen Wohlwill (1878-1962), Alma del Blanco (1862-1943) und Franz Radziwill (1895-1983) kennen.
Ein Jahr später trat sie der Hamburgischen Künstlerschaft bei.
1922 zog sie für drei Jahre an die italienische Amalfiküste, nach Positano. Dort entdeckte sie mehr und mehr die Neue Sachlichkeit für sich.
Nach ihrer Rückkehr nach Hamburg 1926 gründete sie die Gemeinschaft Deutscher und Österreicher Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen (GEDOK) mit. 
1929-31 schuf sie in zwei Hamburger Schulen, die durch den Architekten Fritz Schumacher (1869-1947) errichtet wurden, große Wandbilder, wovon eins durch die Nationalsozialisten zerstört wurde
1930 wurde sie durch die Nationalsozialisten als „Jüdin“ denunziert und zog darauf zwei Jahre später nach Sylt.
1933 wurde sie schließlich als „artfremdes Mitglied“ von der Hamburgischen Künstlerschaft diffamiert und aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. 
Durch diese Anfeindungen und persönlichen Enttäuschungen vereinsamte sie mehr und mehr, sodass sie sich im gleichen Jahr das Leben nahm.

Ihr Werk spiegelt die zum Teil radikalen Veränderungen der modernen Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Besonders die Frage nach der eigenen Identität beschäftigt die Künstlerin.
Sie präsentiert Menschen anderer Herkunft und sich Selbst als fremdes Wesen. 
Intime Frauenakte, Portraits von Herren der Gesellschaft, südliche Landschaften und weltliche Figurenbilder mit religiösem Inhalt und Tieren in karger Dünenlandschaft gehören zu ihrem Sujet.