Arno Breker

1900 Elberfeld – 1991 Düsseldorf

Der Bildhauer Arno Breker machte von 1916-1920 seine Steinbildhauerlehre an der KGS Elberfeld. Anschließend studierte er bis 1925 an der Kunstakademie Düsseldorf unter Hubert Netzer (1865-1939) und Wilhelm Kreis (1873-1955).  
1924 unternahm er seine erste Studienreise nach Paris und machte dort mit den Künstlern Jean Cocteau (1889-1963) und Daniel Henry Kahnweiler (1884-1979) und dem Kunsthändler Alfred Flechtheim (1878-1937), der ihn ab 1929 vertrat, Bekanntschaft.  
Zwei Jahre später reiste er erneut nach Paris und lernte den Künstler Alexander Calder (1898-1976) kennen. In den darauffolgenden Jahren war Arno Breker bis 1933 weiterhin in Paris tätig und lernte in dieser Zeit weitere Künstler, wie Charles Despiau (1874-1946), Emile Antoine Bourdelle (1861-1929), Robert Delaunay (1885-1941), Constantin Brâncuși (1876-1957), Maurice Vlaminck (1876-1958), Jules Pascin (1885-1930) und Man Ray (1890-1976) kennen. 
Bei einer Studienreise nach Afrika lernte er Aristide Maillol (1861-1944) kennen, mit dem er eine enge Freundschaft führte.  
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland hatte er in den Jahren 1937-1945 eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin inne. In diesem Zeitraum pflegte Arno Breker engen Kontakt zum Architekten, Generalbauinspektor und Rüstungsminister Albert Speer für die Anfertigung mehrerer Monumentalplastiken. Ihm wird daraufhin auf Wunsch Adolf Hitlers ein Großatelier in Berlin-Dahlem zur Verfügung gestellt. Dort soll der Künstler an der Ausarbeitung des Umbaus Berlins mithelfen.  
1941/42 wird in seinem Namen die “A.B.Steinbilhauerwerkstätten GmbH” von Seiten des Staates gegründet. Dort wurden unter der Leitung eines Beauftragten Albert Speers hauptsächlich von französischen und italienischen Kriegsgefangenen Modelle Brekers in Stein und Bronze umgesetzt und vervielfältigt.  
Nachdem bei Kriegsende 90% seiner Werke zerstört wurden, floh Arno Breker 1945 nach Wemding/Bayern.  
Bei dem “Entnazifizierungsprozess” 1948 wurde Arno Breker wegen seines mehrmaligen Engagements für Verfolgte des NS-Regimes, unter anderem Dina Vierny (1919-2009), Pablo Picasso (1881-1973) und Peter Suhrkamp (1891-1959), als “Mitläufer” eingestuft.  
1950 kehrte er schließlich nach Düsseldorf zurück und war dort maßgeblich am architektonischen Wiederaufbau der Stadt beteiligt. Ab 1960 eröffnete er ein neues Atelier in Paris und widmete sich nun wieder hauptsächlich bildhauerischen und graphischen Arbeiten. 

In seinem Schaffen wurde er durch die Werke von August Rodin (1840-1917) inspiriert. Zu Anfang widmete er sich abstrakt-konstruktivistischen Werken. Nach einem für ihn enttäuschenden Besuch bei Walter Gropius (1883-1969) und Paul Klee (1879-1940) in Weimar widmete er sich endgültig figürlichen Darstellungen, bei denen er sich hauptsächlich an Werken von Adolf von Hildebrand (1847-1921) orientierte.  
Seine Akte sind durch formal gestraffte volumenbetonte Figuren gekennzeichnet. Harmonisch-klassische Darstellungen sind für seine Werke charakteristisch. Auch die detailgetreue Wiedergabe seines Modells trotz typisierender Idealität sind für Arno Breker typisch. 

Seine Werke sind jedoch durch die Verknüpfung seiner Arbeit mit dem NS-Regime stark umstritten.  
Dennoch ist Arno Breker einer der wichtigsten Vertreter der internationalen neoklassizistischen Strömung des 20. Jahrhunderts.