Büste von Carl Rottmann

Carl Rottmann

Carl Rottmann. Hoher Goll. 1846. Öl / Leinwand. 88 x 112cm

Hoher Göll

Carl Rottmann. Nauplia. vor 1850. Aquarell. 27 x 38cm

Nauplia

Carl Rottmann. Taormina mit Ätna. 1829/30. Öl / Leinwand. 81 x 122cm

Taormina mit Ätna

Carl Rottmann

1797 Heidelberg – 1850 München

Carl Rottmann, der berühmteste Vertreter der Malerfamilie Rottmann, gehörte zum Künstlerkreis um den bayrischen König Ludwig I. .
Mit seinen zwei monumentalen Freskenzyklen der Landschaften Italiens und Griechenlands für Ludwig I. erlangte er großes Ansehen innerhalb Deutschlands als Landschaftsmaler seiner Generation. 

Seinen ersten Zeichenunterricht erhielt er neben Carl Philipp Fohr (1795-1818) und Ernst Fries (1801-1833) bei seinem Vater, der Zeichenlehrer an der Heidelberger Universität war. 
In dieser Zeit wurde er von dem schottischen Vedutenmaler George August Wallis (1770-1847) in seinen Werken beeinflusst, der zwischen 1812-16 in Heidelberg residierte.
1818 unternahm er gemeinsam mit Fries und Joseph Wintergerst (1783-1867) eine Reise an den Rhein und die Mosel.  Dort wurde er auch durch Christian Xeller (1784-1872) in die Ölmalerei eingeführt. 
1821 siedelte er nach München über und fand dort durch seinen Onkel, den bayrischen Hofintendanten, Zugang zu den kunstinteressierten Kreisen in Adel und Bürgertum.
Auch lernte er im Anfang seiner Münchner Zeit die Werke Joseph Anton Kochs (1768-1839) kennen und ließ sich vor allem durch „Heroische Landschaft mit Regenbogen“ beeinflussen. 
Er befasste sich zunächst mit der Landschaft des Voralpenlandes und den bayrischen Alpen, die er auf Reisen und Wanderungen erkundete.
1822 reiste er das erste Mal in die Gegend um Salzbug und Berchtesgaden. Dort fand er sein bekanntestes Motiv: den Hintersee und Hohen Göll.
1825 lernte er durch den Verkauf einiger seiner Bilder seinen wichtigsten Förderer Leo von Klenze (1784-1864) kennen, der ihn an Ludwig I. empfahl. 
Von diesem erhielt er den Auftrag für einen 28 teiligen Freskenzyklus der italienischen Landschaft, für den er 1826 und 1829 eine Italienreise unternahm. 1833 schloss er seine Arbeiten ab.
Ein Jahr später reiste er gemeinsam mit Ludwig Lange (1808-1868) durch Griechenland und erhielt erneut einen Auftrag Ludwigs I. für einen weiteren Freskenzyklus der Landschaft Griechenlands.

Carl Ludwig Seeger (1808-1866), Karl Lindemann-Frommel (1819-1891) und August Löffler (1822-1866) waren seine Privatschüler. Abgesehen von diesen drei beeinflusste er auch weitere Künstler, allerdings nicht durch seinen Unterricht, sondern auf Grund seiner öffentlich zugänglichen Fresken. Ernst Willers (1802-1880), Friedrich Preller d.Ä. (1804-1878). Louis Gurlitt (1812-1897), Fritz Bamberger (1814-1873) und August Seidel (1820-1904) lassen sich dazuzählen. 

Rottmann verknüpfte in seinen Werken heroische Landschaften mit dem Naturgefühl und dem Geschichtsbewusstsein der Romantik. Den Ausgangspunkt seiner Bildfindung schuf er meist durch Naturstudien.