Eduard Dollerschell

1887 Wuppertal-Elberfeld – 1946 Wülfrath

Da der Künstler Eduard Dollerschell aus einfachen Verhältnissen stammte machte er zunächst eine Ausbildung zum Lithografen. Zeitgleich besuchte er Abendkurse an der Kunstgewerbeschule Elberfeld unter Julius Mermagen (1874-1954).
Durch die Förderung eines Mäzens konnte er anschließend ein Studium an der Münchener Kunstakademie beginnen. Dort studierte er eineinhalb Jahre unter Franz von Stuck (1863-1928), Hans Pollack (1891-1968) und Angelo Jank (1868-1940).
Bei einem längeren Paris-Aufenthalt 1912-14 freundete sich mit Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) an. 
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges kehrte er nach Deutschland zurück und betätigte sich im Verlauf des Krieges als Kriegsmaler in Russland und an der Westfront.
Nach Kriegsende eröffnete er ein Atelier in Wuppertal, das zu einem Treffpunkt für Künstler aller Art wurde. 
1937 wurde seine Kunst als „entartet“ eingestuft, sodass er seine verbliebenen Werke vor den Nationalsozialisten verstecken musste. Durch einen Bombenangriff wurde sein Atelier allerdings zerstört.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges eröffnete er ein Atelier in Wülfrath. Dort nahm er den damals 12-jährigen Willi Münch (*1930) als Schüler auf.

In seinem Werk wurde Eduard Dollerschell zu Anfang von Pierre Puvis de Chavannes (1824-1898) und Edouard Manet (1832-1883) beeinflusst. In seinem Spätwerk allerdings lassen sich deutliche expressionistische Züge  und Einfluss der Neuen Sachlichkeit erkennen.
Zu seinem Œuvre zählen Genreszenen aus dem Fischerleben in Holland und der Normandie. Aber auch Akt- und Figurenmalerei, Portraits, Landschaften und Stilleben lassen sich dazuzählen.