Fritz Behn

1878 Klein-Grabow – 1970 München

Auf einem Landgut in Klein-Grabow bei Güstrow aufgewachsen studierte Fritz Behn 1898-1900 an der Kunstakademie in München unter Wilhelm von Rümann (1850-1906). 
Nach Abschluss des Studiums machte er sich als Bildhauer selbstständig und schloss sich dem Kreis um Adolf von Hildebrand (1847-1921) an.
Zwischen 1907-1910 unternahm der Künstler zwei Reisen nach Ostafrika. Diese Reisen ähnelten mehr Expeditionen als Studienreisen. Aus erlegtem Großwild fertigte er Gipsabdrücke für anatomische Studien an.
Bei einem Aufenthalt in Paris 1912 lernte er August Rodin (1840-1917) kennen.
1914 meldete sich Fritz Behn freiwillig zum Kriegsdienst. Nach Kriegsende arbeitete er auf einem deutschen Soldatenfriedhof in Belgien und Frankreich.
Anschließend reiste er ab 1923 für zwei Jahre nach Buenos Aires. Nach seiner Rückkehr nach München trat er der Münchner Sezession bei und übernahm eine Professur an der dortigen Kunstakademie. 
1931/32 machte er erneut eine Reise nach Ostafrika. Im Anschluss folgte er einer Einladung Mussolinis nach Rom.
Nach dieser Reise siedelte er nach Wien über und trat dort 1937 der Wiener Sezession bei. 
1939 wurde er zum Direktor der Wiener Kunstakademie berufen.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er vom Dienst suspendiert und seines Ateliers verwiesen. 
Er siedelte nach Tirol über und gründete dort eine Bildhauerschule.
1951 kehrte er schließlich nach München zurück. 

In seinen Werken ist Fritz Behn anfänglich noch eng an die klassizierenden, dem Naturalismus gegensätzlichen Prinzipien von Adolf von Hildebrand gebunden.
Durch seine Naturbeobachtungen und Studien schafft er im Laufe der Zeit eine immer treffendere Umsetzung in großer plastischer Geschlossenheit. 
Zu dieser Zeit lassen sich auch gelegentlich Nachklänge des Jugendstils in seinen Arbeiten finden. 
Deutliche Überhöhungen werden charakteristisch für den Künstler. 
Durch seine widersprüchliche Haltung während der Zeit des Dritten Reiches und seiner vorangegangen antidemokratischen und nationalistischen Haltung nach Ende des Ersten Weltkrieges, schwindet die Anerkennung für sein Werk ab den 1970er mehr und mehr.