Gerhard Marcks

1889 Berlin – 1981 Burgbrohl (Eifel)

Der Künstler Gerhard Marcks zählt neben Ernst Barlach (1870-1938), Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) und Georg Kolbe (1877-1947) zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Von seinem Bruder Dietrich Marcks angeregt begann der Künstler mit Tierstudien im Zoologischen Garten in Berlin und brachte sich von da an weiterhin seine künstlerischen Fertigkeiten autodidaktisch bei. Beeinflusst wurde er in dieser Lernphase von Künstlern wie August Gaul (1869-1921) und August Rodin (1840-1917). Auch half ihm der Umgang mit Künstlern der Berliner Secession. Ab 1907 arbeitete der Künstler zusammen mit Richard Scheibe (1879-1964) in einer Werkstattgemeinschaft. 1918 wurde er von Bruno Paul (1874-1968) an die Staatliche Kunstgewerbeschule in Berlin berufen. Ein Jahr später wechselte er ans Bauhaus in Weimar und stand dort ab 1920 der Dornburger Töpferwerkstatt vor. Nach Auflösung des Weimarer Bauhauses wechselte er 1925 als Professor an die Kunstgewerbeschule auf Burg Giebichenstein in Halle. 1933 musste er allerdings sein Amt auf Veranlassung der Nationalsozialisten wieder niederlegen. Auch wurden seine Werke 1937 in der Ausstellung „Entartete Kunst“ ausgestellt. Nach einem Bombenangriff 1943 wurde der Großteil seiner Werke und sein Atelier zerstört. Mit Kriegsende nahm er eine Professur an der Hamburger Kunstschule an und war ab 1950 als freischaffender Bildhauer in Köln tätig.

Anfänglich in den 1920er Jahren noch expressionistisch beeinflusst schuf der Künstler mit seinen Skulpturen einen Anfang für die  expressionistische Berliner Bildhauerei.
Ab Mitte seiner Schaffenszeit löste er sich jedoch von diesem Einfluss und schuf hauptsächlich Bronze-Figuren in kraftvoll reduzierter Formensprache und einer sinnlich, archaisch-herben Natürlichkeit.