Hans Thoma. Selbstbildnis vor Birkenwald. 1899. Öl / Leinwand. 91 x 75,5cm

Selbstbildnis vor Birkenwald

Hans Thoma. Mittagsruhe. 1889. Öl / Leinwand. 88 x 117cm

Mittagsruhe

Hans Thoma. Mainlandschaft. 1875. Öl / Leinwand. 58 x 73cm

Mainlandschaft

Hans Thoma. Einsamkeit. 1894. Aquarell. 19 x 22cm

Einsamkeit

Hans Thoma

1839 Bernau im Schwarzwald – 1924 Karlsruhe

In Basel begann Hans Thoma eine Lehre zum Lithographen und Anstreicher. Anschließend machte er eine weitere Ausbildung als Uhrenschildmacher in Furtwangen.
Während dieser Zeit brachte er sich das Malen und Zeichnen autodidaktisch bei.
1859 schrieb er sich an der Großherzoglichen Kunstschule in Karlsruhe ein und studierte unter Johann Wilhelm Schirmer (1807-1863) und Ludwig Des Coudres (1820-1878) bis er 1866 seinen Abschluss machte.
Im Jahr darauf hielt er sich viel in Basel und Düsseldorf auf.
1868 reiste er zusammen mit Otto Scholderer (1834-1902) nach Paris. Dort wurde er besonders von den Werken Gustave Courbets (1819-1877) beeindruckt.
Ab 1870 lebte Thoma sechs Jahre in München, Kunsthauptstadt Deutschlands zu dieser Zeit.
In dieser Zeit unternahm er auch seine ersten Reisen nach Italien. 
1877 heiratete er die Blumen- und Stilllebenmalerin Cella Berteneder (1858-1901). Gemeinsam reisten sie 1879 nach England.
Arnold Böcklin (1827-1901), ein enger Freund des Künstlers, und Maler aus dem Leibl-Kreis zählten zu seinem ständigen Umgang.
Von München aus zog das Ehepaar nach Frankfurt a.M. um. Zu ihren Nachbarn zählte dort der Maler Wilhelm Steinhausen (1846-1924).
Die Kronberger Malerkolonie, besonders bei Frankfurter Künstlern der Romantik beliebt, weckte sein Interesse.
Thoma kehrte nach Karlsruhe zurück und wurde 1899 zum Professor der Großherzoglichen Kunstschule, sowie zum Direktor der Kunsthalle Karlsruhe ernannt. An der er sein Amt bis 1920 inne hatte.
Durch eine Ausstellung im Münchener Kunstverein 1890 erhielt der Maler allgemeine Anerkennung in Deutschland und sollte bis 1910 einer der angesehensten Maler bleiben.
Auch wurde er 1905 vom Großherzog zum Mitglied der Ersten Kammer des Badischen Landtages ernannt. Dieses Amt hatte er bis 1918 inne.
Bis zur Machtübernahme Adolf Hitlers 1933 erfreuten sich seine Werke, auch nach seinem Tod, großer Beliebtheit. 
Zu seinem Nachteil blieb die Begeisterung auch bei den Nationalsozialisten selbst bestehen. Sie hoben ihn zu einem „urdeutschen Malerfürsten“ an und vereinnahmten seine Kunst. 
Mittlerweile scheinen seine Werke sich langsam davon zu erholen und wieder in das Gedächtnis der Leute zurück zu kehren. 

Zu seinen Schülern an der Kunstschule in Karlsruhe zählte unter unterem Hermann Haas (1878-1935).

Thoma’s Frühwerk ist geprägt von einem lyrischen Pantheismus.
Während seiner Münchener Zeit fertigte er hauptsächlich Landschaften an. In Frankfurt kamen Werke mit allegorischem Inhalt hinzu.
Neben diesen Arbeiten schuf er auch Portraits von Freunden und Angehörigen oder sich selbst.