Renate Olbrich. Herbert Zangs. um 1970

Herbert Zangs, um 1970
© C. by Renate Olbrich

Herbert Zangs . Krefelder Zoo . Öl /Karton . 70 x 90 cm

Krefelder Zoo

Herbert Zangs. Flamingos. 1951

Flamingos

Herbert Zangs. Komposition. 1957

Komposition

Herbert Zangs. Komposition in Blau. vor 2003

Komposition in Blau

Herbert Zangs. Komposition. vor 2003

Komposition

Herbert Zangs. Komposition. vor 2003

Komposition

Herbert Zangs . Grotenburgschlösschen im Krefelder Zoo . Öl /Holz . 70 x 50 cm

Grotenburgschlösschen im Krefelder Zoo

Herbert Zangs

1924 Krefeld – 2003 ebenda

Der Künstler Herbert Zangs leistete von 1941-45 Militärdienst und geriet in Kriegsgefangenschaft.
Nach seiner Freilassung begann er 1945 ein Studium unter Wilhelm Herberholz (1881-1956) und Otto Pankok (1893-1966) an der Kunstakademie in Düsseldorf.
Neben seinen Lehrern, die ihn sehr prägten, lernte er dort Joseph Beuys (1921-1986) kennen. Auch befreundete er sich dort mit Günter Grass (1927-2015), mit dem er zusammen als Türsteher im Düsseldorfer Lokal Csikós arbeitete. Dort unterhielten sie sich viel über ihren Kriegsdienst, auf dessen Grundlage er Zangs ein literarisches Denkmal mit der Figur des Malers Lankes in seinem Roman „Die Blechtrommel“ setzte.
Ab 1950 wurde bei ihm die Reiselust geweckt und er unternahm zahlreiche Reisen per Anhalter  durch Europa, nach Ägypten, Algerien, Marokko, USA, Kanada, Russland und Japan.
In dieser Zeit schuf er zahlreiche „Reisebilder“, in denen er seine Erlebnisse verarbeitete.
Nach seiner Rückkehr nach Düsseldorf eröffnete er dort sein erstes Atelier im Künstlerhaus in der Sittarder Straße.
1952 schuf er seine „Verweißungen“. Arbeiten, bei denen Objekte und Objekt-Collagen mit einem Schleier weißer Farbe überzogen waren und die als Vorreiter zu Arbeiten der Künstlergruppe ZERO gesehen werden können. Viele der Arbeiten sind heute nicht mehr erhalten, einige konnte der Kunstsammler und Freund des Künstlers Adolf Luther (1912-1990) bewahren.
1957 entdeckte er den Scheibenwischer als Pinselersatz für sich und schuf damit zahlreiche Bildserien.
1965 siedelte er nach Paris über, von wo er 1978 wegen einer Schlägerei mit zwei Polizisten ausgewiesen wurde. In dieser Zeit reiste er 1968-69 nach Kanada und im Anschluss nach Japan, Indien, in die Südsee, nach Australien und Afrika. Auch befreundete er sich in Paris mit Albert Camus (1913-1960) und Henry Miller (1891-1980).
Nach seiner Ausweisung kehrte er nach Deutschland zurück und lebte sowohl in Düsseldorf, als auch in Krefeld und Xanten.
Zu seinem Lebensende hin verlor er krankheitsbedingt beide Beine und war ab diesem Zeitpunkt an den Rollstuhl gefesselt. Um dieses Ereignis zu verarbeiten, schuf er seine „Rollstuhlbilder“.

Von Beuys wurde als „vitale Neuerscheinung“ beschrieben, da er das versuchte abzubilden, was ihm gerade in sein Sichtfeld geriet.
In abstrakten, aber auch expressionistisch-figurativen Arbeiten versuchte er dies umzusetzen.