Josef Pallenberg. Ballspielender Bär. 1910. Bronze

Bär mit Kugel

Josef Pallenberg. Eule. 1909. Bronze

Waldkauz

Josef Pallenberg. Flamingos. vor 1946. Bronze

Flamingos

Josef Pallenberg. Sitzender Hund. vor 1946. Bronze

Jagdhund

Josef Pallenberg. Hirsch. vor 1946. Bronze

Hirsch

Josef Pallenberg

1882 Köln – 1946 Düsseldorf

Ab Ende des 19. Jahrhunderts befassten sich in Deutschland beginnend mit August Gaul (1869-1921) einige Plastiker hauptsächlich mit Tierplastiken. Der Künstler Josef Pallenberg war einer davon. Er beschäftigte sich ausschließlich mit Tierplastiken. 

Schon mit sechs Jahren war der Künstler von der Tierwelt fasziniert. Er begann bei Besuchen im Kölner Zoo seine ersten Darstellungsversuche. Nicht nur Studien, sondern auch Versuche an Tieren halfen ihm die Physiognomie der Tieren zu verstehen. 
Im Waschkessel seiner Mutter kochte er tote Tiere aus und baute ihre Skelette wieder auf. Im weiteren Verlauf seines Lebens fertigte er auch Abgüsse und Präparate selber an, sodass er eine immer größere Sammlung aufbauen konnte.

1899 immatrikulierte er sich an der Kunstakademie in Düsseldorf. Dort studierte er anfangs in der Zeichenklasse von Ernst Röber (1849-1915) und Willy Spatz (1861-1931). Ein halbes Jahr nach Beginn seines Studiums wechselte er in die Bildhauerklasse von Karl Janssen (1855-1927). 
In dieser Zeit entstand sein erstes bedeutendes Werk „Sauhatz“.

Nach einiger Zeit verließ der Künstler die Akademie und ging für weitere Studien an den Berliner Zoo. Dort lernte er Carl Hagenbeck kennen, Leiter des Tierparks Hagenbeck in Hamburg-Stellingen. Er beauftragte Josef Pallenberg Tierplastiken für den von Moritz Lehmann entworfenen Eingang des Parks anzufertigen. 1909 fertigte er ebenfalls für den Hafenbecken Zoo einen Saurierpark an.

Neben den Tierparkskulpturen schuf er noch viele weitere Plastiken, unter anderem den „Röhrenden Hirsch“, für den er die goldenen Staatsmedaille erhielt. Heute ist die Skulptur im Hofgarten in Düsseldorf zu finden.

Anfangs hatte Josef Pallenberg sein Atelier in Köln. 1912 zog er jedoch nach Düsseldorf-Lohausen um wegen häufiger Auseinandersetzungen mit seinen Ateliernachbarn. Diese beschwerten sich in regelmäßigen Abständen über seine freilaufenden Tiere, die ihm sowohl als Modelle, als auch als Haustiere dienten. Sein leinenführiger Wolf „Prinz“ und seine freilaufende Löwin „Juste“ fanden wenig Anklang. 
Auf dem Gelände seines neuen Ateliers in Düsseldorf hatte er nun genug Platz um seine Tiere zu halten ohne Anwohner zu stören. 

1917 reiste er für Studienarbeiten in die Zoos von Detroit und Cincinnati. 13 Jahre später hielt er sich erneut in Detroit auf und fertigte dort ägyptische Figuren und Zeichnungen aus dem Giraffen- und Flußpferdhaus an.

Bei seinen Arbeiten widmete er sich zwei Themen besonders häufig. Die Beziehung zwischen Mutter und Kind, aber auch die Darstellung von exotischen und bedrohten Tierarten faszinierten in am Meisten. 
Auch wenn er sich regelmäßig an Ausstellungen beteiligte, pflegte er jedoch keine Kontakte zu Künstlervereinen oder der offiziellen Kunstszene.
Dennoch wurde seine Arbeit hoch geschätzt und Josef Pallenberg hatte auch über die deutschen Grenzen hinaus großen Erfolg. 
Für einige seiner Werke erhielt er sogar Preise, unter anderem die große Preußische Staatsmedaille und den Corneliuspreis der Stadt Düsseldorf und der Kunstakademie für Bildhauer. 
Auch seine Auftraggeber ließen sich in jeder Gesellschaftsschicht finden. So ließen sich zum Beispiel auch Kaiser Wilhelm I. und der König von Siam Tierplastiken anfertigen.