Boleslaw von Szankowski. Portrait von Józef Brandt. 1910. Öl / Leinwand. 162 x 112cm

Boleslaw von Szankowski – Portrait Józef Brandt, 1910

Józef Brandt. Marysienkas Weggang aus Wilanów. um 1897. Öl / Leinwand. 200 x 400cm

Marysienkas Weggang aus Wilanów

Józef Brandt. Reiterheer. vor 1910. Öl / Leinwand. 79 x 125cm

Reiterheer

Józef Brandt. Rückkehr der Gewinner. vor 1915. Öl / Leinwand. 155,5 x 98 cm

Rückkehr der Gewinner

Józef Brandt 

1841 Szczebrzesyn – 1915 Radom

Józef Brandt zählt zu den bedeutendsten Malern der „Münchener Schule“.
Nach seinem Schulabschluss in Warschau begann er 1858 sein Ingenieurstudium an der École Nationale des Ponts et Chaussées in Paris. Auf Anraten von Juliusz Kossak (1824-1899) wandte er sich mehr und mehr der Malerei zu. In dieser Zeit wurde er von Kossak, Léon Cogniet (1794-1880) und Henryk Rodakowski (1823-1894) unterrichtet. 1860 unternahm er mit einem seiner Lehrer eine Reise durch die östlichen Gebiete Polens. Drei Jahre später begann er sein Studium an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München unter Carl von Piloty (1826-1886). Vor allem lernte er jedoch in seiner Studienzeit in den privaten Ateliers von Franz Adam (1815-1886) und Theodor Horschelt (1829-1871). Die Sommermonate verbachte er meist in Orońsko, wo er eines seiner Ateliers eröffnete. Ab etwa 1875 unterhielt Brandt in seinem Münchner Atelier eine inoffizielle Malschule, die vor allem polnische junge Maler besuchte. So wurde er schnell der Mittelpunkt der sogenannten „Polenkolonie“ innerhalb der Münchner Schule. 

Über dreihundert polnische Künstler hielten sich in dieser Zeit in München auf, da sie in ihrer Heimat auf Grund von Unruhen keine Zukunft sahen. Da sie die größte nationale Gruppe innerhalb der Münchner Künstler bildeten, wurden sie als „Kolonie“ bezeichnet. 

Nach seiner Hochzeit 1877 mit Helena von Wyciechowski, der Besitzerin des Gutes Orońsko, unterhielt er in den Sommermonaten gemeinsam mit anderen Malern eine Malakademie auf dem Gut. Im Jahr nach seiner Hochzeit wurde er zum Honorarprofessor an der Münchner Akademie ernannt.
Auch erhielt er für seine Werke zahlreiche Auszeichnungen. Unter anderem 1869 die Goldene Medaille München und 1898 den Bayrischen Maximiliansorden. Auch wurde er 1900 zum Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste ernannt.
Kriegerische Szenen der Kosakenkriege und Tartareneinfälle im 17. Jahrhundert, des Osmanisch-Polnsichen Krieges 1620/21, des Schwedeneinfalles 1674/75 und der Schlacht am Kahlenberg 1683 machen sein Werke aus. In dramatischen Kompositionen und einer reichen Farbigkeit  stellte er historische Gewänder, Waffen Pferdegeschirre und weiteres historisches Repertoire mit großer Genauigkeit dar. Seine persönliche Requisitensammlung war ihm dabei eine große Hilfe. Auch inspirierten ihn literarische Quellen. Unter anderem die Schriften von Wojciech Dembołęcki (um 1585-1645/47) und die romantischen Dichtungen von Joseph Bohdan Zaleski (1802-1886).
Sein besonderes Interesse galt jedoch der naturalistischen und dramatischen Darstellung der Pferde und Reiter.
Neben kriegerischen Darstellungen fertigte er auch Genre- und Jagdszenen, Darstellungen von Pferdeställen und -märkten, Landschaften um Orońsko, Bildnisse und Pferde- und Kostümbilder.