Max Beckmann. Selbstbildnis mit rotem Schal. 1917. Öl / Leinwand. 80 x 60cm

Selbstbildnis mit rotem Schal (1917)

Max Beckmann. Die Nacht. 1918/19. Öl/ Leinwand. 133 x 154cm

Die Nacht 

Max Beckmann. Kahlbaum. 1919. Kaltnadelradierung. 34,5 x 50,5cm

Kahlbaum

Max Beckmann. Hölle der Vögel. 1937/38. Öl / Leinwand. 120 x 160cm

Hölle der Vögel

Max Beckmann

1884 Leipzig – 1950 New York

Nach seiner Ablehnung an der Kunstakademie in Dresden nahm Max Beckmann ab 1900 sein Studium an der Großherzoglichen Kunstschule in Weimar unter Carl Fritjof Smith (1859-1917) auf.
1903 zog er nach Paris und setzte dort sein Studium an der Académie Colarossi fort. Die in dieser Zeit entstandenen Bilder zerstörte der Künstler fast gänzlich.
Ein Jahr später siedelte er nach Berlin über. 1906 nahm er an der Ausstellung der Berliner Secession in Weimar teil, erhielt im selben Jahr den Ehrenpreis des Deutschen Künstlerbundes und setzte sein Studium für ein Jahr an der Villa Romana in Florenz fort.
Schon in dieser Zeit zeigte sich sein Hang zur tragischen Weltstimmung, wie in seinen Werken „Sintflut“ (1908) und „Untergang der Titanic“ (1912), der sich bis zum Ende seiner Schaffenszeit durchziehen sollte.
1907 siedelte er mit seiner Familie nach Hermsdorf bei Berlin über. Dort wurde er schnell von der kühlen Nüchternheit der Großstadt Berlin eingenommen und setzte diese in seinen Werken um. Kurz nach seiner Ankunft schloss er sich der Berliner Sezession an und gründete sieben Jahre später die Freie Sezession mit.
Schon früh erzielte er mit den Werken seiner Frühphase große Erfolge. Museen, Sammler und Kunsthändler kauften seine Werke an. 1913 wurde er im fünfhändigen Kunstgeschichtslexikon von Lübke-Haack als „Der Bedeutendste der ganzen Gruppe…“ und als „echter und edler Künstler“ gelobt.
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldete er sich als freiwilliger Krankenpfleger. 1915 wurde er allerdings wegen eines Nervenzusammenbruchs nach Frankfurt am Main beurlaubt. Dort kam er bei dem Maler Ugi Battenberg (1879-1957) unter, der ihm sein Atelier zur Verfügung stellte. Seine Erfahrungen im Krieg begann er in seinen Werken zu verarbeiten. Um die Atmosphäre seiner Bilder der dort aufgenommenen Stimmung anzupassen, entdeckte er die Technik der Kaltnadelradierung für sich.
1917 bekam er durch den Kunsthändler Israel Ber Neumann (1887-1961) in Berlin seine erste große Grafikausstellung, die ihm nach den Wirren des Krieges neue Aufmerksamkeit einbrachte. Ab diesem Zeitpunkt bis Mitte der 1920er Jahre schuf er den Hauptteil seiner Radierungen, Lithografien und Holzschnitte. Sein Stil änderte sich damit nach und nach. Er begab sich zum einen auf neue Themensuche. Um anderen veränderte er seine Art der Darstellung. In der Zeit vor Kriegsbeginn war sein Farbauftrag pastos, temperamentvoll und unbekümmert. Nun nutzte er dünne Lasuren und zarte Farbtöne, die ganz im Ggensatz zu den ungeschönten Bildelementen, wie Elend, Bedrängnis, Verkrüppelung und Hunger, standen. Die Weite des Raumes wurde nun beschränkt.
Nach mehreren Ausstellungen ab Anfang der 1920er Jahre übernahm Max Beckmann 1925 die Meisterklasse an der Städelschule in Frankfurt.
Eines der häufigsten Motive seiner Grafiken dieser Zeit besteht aus Selbstbildnissen. Bei ihm tauchen sie in einer Häufigkeit auf wie bei fast keinem anderen Maler.
Um 1932 vollzieht sich in seinem Werk ein weitere Wandel. Mit Aufkommen der neuen politischen Situation, wandte sich der Künstler mehr und mehr Themen der Mythologie zu. Aber genauso die Sich auf seine Umwelt änderte sich. Vormals die Nacktheit in seine Aktmalereien als Mangel nutzend, taucht sie nun eher als Überfluss auf. Abgekehrt von Armut und Elend, kehrt er hier zu ursprünglichen Themen, wie der Schöpfungsgeschichte zurück.
Mit der Machtübernahme Hitlers 1933 musste er, wie viele andere Künstler, seine Ämter niederlegen und seine Kunst wurde als „entartet“ eingestuft
Angewidert von den politischen Umständen beginnt er sich nun mehr und mehr der Landschaftsdarstellung zuzuwenden. 1937 floh Beckmann schließlich nach Amsterdam. Nach mehreren gescheiterten Visa-Anträgen konnte er 1947 mit seiner Familie in die USA übersiedeln. Dort nahm er eine Professur an der Washington University Art School in St. Louis an. 1949 wechselte er für einen weiteren Lehrauftrag an die Kunstschule des Brooklyn Museum in New York.
Sein durchgängiges Leitmotiv setzte sich aus der Angst der ausgelieferten menschlichen Kreatur vor einer undurchschaubaren Bedrohung zusammen. In oft rätselhaften, exzentrischen und impulsiven Darstellungen brachte er dies in seinen Arbeiten zum Ausdruck. Noch heute zählt er weltweit zu den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit.