Berliner Leben, 1. Jahrgang, Heft 11. Walter Schott. 1899. Fotografie

Walter Schott, 1899

Walter Schott. Die Kugelspielerin. vor 1938. Bronze. H 44,5cm

Die Kugelspielerin

Walter Schott

1861 Ilsenburg (Harz) – 1938 Berlin

Walter Schott begann 1878 eine Bildhauerlehre bei Karl Dopmeyer (1824-1899) in Hannover.
Zwei Jahre später wechselte er an die Kunstakademie in Berlin und studierte dort ein Jahr unter Fritz Schaper (1841-1919). 
1884 unternahm er eine Studienreise nach Frankreich und Russland. Nach seiner Rückkehr eröffnete er sein Atelier in Berlin. 
Durch seine Arbeiten dort gewann er Förderer, wie Kaiser Wilhelm II., der ihn ab 1887 unterstützte. 
1898 wurde er zum Professor der Akademie in Berlin berufen und begann im selben Jahr für die Meißner Porzellanmanufaktur zu arbeiten. Zehn Jahre später fertigte er ebenfalls Entwürfe für die Königliche Porzellanmanufaktur in Berlin an. 

Walter Schott kann zu den Hauptvertretern der neobarocken Bildhauerschule in Berlin gezählt werden. 
Mit Beginn seines Studiums orientierte er sich in seinen Arbeiten an Reinhold Begas (1831-1911) und entwickelte sich im Laufe seiner Schaffenszeit zu einem der selbstständigsten Bildhauer aus dem Kreis um diesen.
Vor dem Ersten Weltkrieg gehörte der Künstler ebenfalls zu den meistbeschäftigsten Bildhauern in Deutschland. Neben Skulpturen fertigte er Medaillen, Reliefs, Portraits, Büsten, Genrefiguren der klassischen Antike, Kleinplastiken, Monumentalplastiken wie Denkmäler und Grabmale, sowie keramische Arbeiten an. 
Auch wenn er in seinen Arbeiten anfangs vom naturalistischen Stil Begas beeinflussen ließ, sind seine späteren Werke mehr und mehr vom Realismus geprägt.
Eine kraftvoll und energische Formensprache behielt er jedoch bei.
Neben der Neugestaltung der Gartenseite des Neuen Palais in Potsdam 1893/94 zählt seine Plastik die „Kugelspielerin“ von 1892-97 zu seinen größten Erfolgen. Kopien dieser Figur befinden sich unter anderem im Ko-Gärtchen in Düsseldorf und im Luisen-Hain in Berlin-Köpenick.