Adolf Lins

1856 Kassel – 1927 Düsseldorf

Junge mit Gänsen

Öl /Holz     27 x 35,5 cm

Signiert. Datiert (18)90

Der Maler Adolf Lins, 1856 in Kassel geboren und 1927 in Düsseldorf verstorben, entdeckte seine Liebe zur Malerei etwa 1873 mit dem Beginn seiner Schulzeit an der Kasseler Kunstakademie. Dort entwickelte er seinen charakteristischen Malstil, der ihn sowohl den Menschen in jedem Alter würdevoll darstellen ließ, ihm ermöglichte die Schönheit der Natur festzuhalten, als auch karikaturistisch seine Mitmenschen aufs Korn zu nehmen. Lins zeichnete sich aber auch durch seine Liebe zur Geselligkeit und zum Menschen selber aus. Mit Eintritt ins Schulleben der Akademie verbrachte er mit vielen anderen Malern seine Sommer in Willingshausen. Diese Urlaube unterstützten seinen Hang zum Miteinander und formten seinen Malstil in eine ländliche und volkstümliche Richtung. Er beschäftigte sich mit dem Dorfleben, den Bewohnern und Tieren – vor allem Gänsen, wodurch er den Spitznamen “Gänse-Lins” bekam – so intensiv, dass sie die Hauptmotive seiner Werke ausmachten. “mit diesen heiteren Bildern mit Kindern und Tieren ist er wohl am volkstümlichsten geworden.”. Mit seinem Umzug nach Düsseldorf Ende der 1870er Jahre und seinem aufstrebenden Arrangement im “Malkasten” gewannen seine, oft recht ländlichen und volkstümlichen, Werke an Bekanntheit.

Ein Beispiel für diese Hingabe zur Natur, den Tieren und dem Frohsinn der Kinder ist Lins Gemälde “Junge mit Gänsen”. Die Unbeschwertheit des kleinen Jungen, der völlig vertieft auf einem Schemel im Grünen sitzt und Seifenblasen macht, überträgt sich sofort auf den Betrachter. Die Beine von sich gestreckt mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck pustet er eine nach der anderen Seifenblase von sich weg. Diese Gelassenheit scheint sich auch auf die beiden Gänse, die die Seifenblasen beobachtend schräg hinter dem Jungen stehen, zu übertragen. Sie stehen in völliger Harmonie zu dem Jungen, sodass sich beim Betrachter sofort ein Gefühl der Idylle und Ruhe einstellt. Auch die Farbgebung, die Lins gewählt hat, unterstützt diesen Eindruck und hebt durch ihre kräftigen und satten Grüntöne seine Verbundenheit zur Natur hervor. Es wirkt fast so als würde Lins den Betrachter einladen sich dazu zu setzen, die Seifenblasen zu beobachten und sich der Ruhe und Gelassenheit der Situation hinzugeben.

 

Literatur: 

  • Bantzer, Carl/ Baeumerth, Angelika/ Bergmann, Dieter: Adolf Lins; in Willingshäuser Hefte 2, Vereinigung Malerstübchen Willingshausen (Hrsg.), 1991