Andy Warhol

1928 Pittsburg – 1987 New York

Mao

Farbserigraphie    90,5 x 91cm

Vollständiger Satz von 10 Farbserigraphien

Published by Sunday B. Morning

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„Warhol weckte die Phantasie der Medien und der Öffentlichkeit, wie es keinem zweiten Künstler seiner Generation gelungen war. Andy war Pop, Pop war Andy.“ 

Nach seinem Abschluss am Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh, zog Andy Warhol nach New York und arbeitete dort als Werbegrafiker für “Vogue”, “Harper’s Bazaar und die Schuhfirma I.Miller. Seine erste Ausstellung 1952 in der Hugo Gallery in New York ist der Auftakt für seinen internationalen künstlerischen Werdegang. 

1962 gründete er in einem alten Speicher mit Paul Morrissey und Frederick Hughes “The Factory”. Dieses Atelier diente vielen bildenden Künstlern, aber auch Musikern, Tänzern und Schauspielern als Treffpunkt. Andy Warhol unterstützte so junge aufstrebende Künstler verschiedener Kunstrichtungen während er weiterhin an seinen eigenen Werken arbeitete. 

Ob ich nun einen Schuh portraitiere oder eine Cola-Flasche oder ob ich im Interview, im Film, im Kabelfernsehen ein neues Gesicht vorstelle – immer kommen Portraits bei mir heraus. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass ich andere Menschen viel interessanter finde als mich." 

Ein Markenzeichen von Andy Warhols Werken sind seine in bunten, fast schrillen Farben gehaltenen Portraits. Mit auffälligem Make-up versehen und vor einen bunten, fast schrillen Hintergrund gesetzt, erscheinen sie fast wie eine Werbung. Ob auf Leinwand oder im Siebdruckverfahren, dienen dem Künstler als Vorlage fotografische Darstellungen. Ein künstlerisches Mittel, dem er, wie Gerhard Richter in Deutschland, durch seine Werke zur künstlerischen Legitimation verhalf.  

In dieser Manier ist auch seine Serie “Mao” gehalten. Mao Tse-Tungs ernstes und strenges Gesicht wird durch eine wirkungsvolle Zusammenstellung von intensiven und reinen Farben zu einer komischen und freundlicher wirkenden Karikatur. Mit auffälligen Farbvariationen und von Hand eingezeichneten Linien differenziert er die einzelnen Darstellungen. Genau wie bei seiner früheren Serie der Marilyn-Monroe-Porträts schafft er zehn Variationen eines einzigen ikonografischen Themas, das er in diesem Fall dem Titelblatt von “Worte des Vorsitzenden Mao Tse-Tung" entnommen hat. Es ist das erste nicht amerikanische Motiv, dem sich Warhol zu der Zeit widmet, als Mao Tse-Tung durch die Chinareise Richard Nixons zu einer faszinierenden Persönlichkeit für die amerikanische Öffentlichkeit wird. Sie wirken fast wie eine Nachahmung der vielen Mao-Bilder und -Porträts in China. Zeigen aber auch, dass der Künstler es schafft eine Persönlichkeit, die für eine Bedrohung der kapitalistischen Grundlagen des “American Way of life” galt, als Kunst in die Kultur zu integrieren, sodass sie ihren revolutionären Status einbüßt.    

 

 

 

 

Literatur: 

  • Feldmann, Frayda/Schellmann, Jörg: Andy Warhol Prints. A catalogue raisonné, Schirmer/Mosel Verlag, München, 1989  
  • Honnef, Klaus: Andy Warhol. 1928-1987. Kunst als Kommerz, Benedikt Taschen Verlag, Köln, 1987 
  • Fallon, Micheal: How to analyze the Works of Andy Warhol, Abdo Publishing Company, 2010