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Ernst Moritz Geyger

1861 Rixdorf – 1941 Marignolle bei Florenz

Bogenschütze

Bronze     Höhe: 109 cm

Bezeichnet: M. Geyger

um 1900

Verkauft

Mit seiner oft unkonventionellen Gestaltungsweise und hyperrealistischen Art der Darstellung, die innerhalb seiner Gemälde häufig an Werke niederländischer Meister des 17. Jahrhunderts erinnern, fanden seine Werke großen Anklang. Die Malerei, Bildhauerei und den Kupferstich abdeckend sprach er ein breites Publikum an.
Trotz dieser Erfolge war er zu Lebzeiten nicht gut angesehen, was wahrscheinlich auf einen Skandal Ende der 1890er Jahre zurück zu führen war. Die eigentlich enge Freundschaft zu Max Klinger (1857-1920) endete in einem öffentlichen Streit, der mit einem Vergleich vor Gericht beendet werden musste. Dieser beschuldigte ihn finanzielle Mittel, die Geyger zur Verfügung gestellt wurden, um die Gründung der privaten Deutschen Akademie in Florenz voranzutreiben, veruntreut zu haben. Geygers Ansehen war ab diesem Zeitpunkt geschädigt.

1877 begann der Künstler seine Ausbildung in der Malklasse der Kunstschule in Berlin. Bis 1884 wechselte er an die Berliner Kunstakademie. Als Schüler von Paul Thumann (1834-1908), Otto Knille (1832-1898), Max Michael (1823-1891) und Paul Meyerheim (1842-1915) machte er dort seinen Abschluss. Nachdem er sich vergeblich im Meisteratelier von Anton von Werner (1843-1915) beworben hatte, war er als freischaffender Künstler tätig.

Parodierende Tierdarstellungen, die an die Affendarstellungen eines Gabriel von Max (1840-1915) erinnerten, wurden in dieser Zeit zu seinem Markenzeichen.

1893 wurde er als Leiter des Kupferstich-Meisterateliers an die Dresdner Kunstakademie berufen. Sich im akademischen Zwang unwohl fühlend, verließ er die Akademie jedoch fünf Monate später wieder.
Nachdem er sich von der Kunstakademie verabschiedet hatte, reiste er häufig nach Florenz, wo er sich 1895 niederließ.

Obwohl er Ende der 1890er Jahre seinen akademischen Lehrauftrag recht schnell beendet hatte, nahm er 1918 die Leitung des Meisterateliers für Grafik an der Berliner Kunstakademie an. Diese Stelle hatte er knapp zehn Jahre inne. 1927 kehrte er nach Florenz zurück, wo er weiterhin als freischaffender Künstler tätig war.

"Der Bogenschütze" ist eines der bekanntesten Werke Geygers. 1895 entwarf er die Ursprungsversion dieser Skulptur für die Große Kunstausstellung 1900 in Berlin, wo sie von Kaiser Wilhelm II. für 10.000Mark für den Park Sanssouci gekauft wurde. Zwei Jahre nach der Ausstellung fertigte er vier Kopien an, die an öffentlichen Plätzen in Dresden, Hannover, Ludwigshafen und Kopenhagen zu finden sind.