Eugène Louis Lami

1800 Paris – 1890 Paris

Tiens voila ma Pipe. Garde mon Briquet.

Gouache     22 x 22 cm

Signiert. Datiert 1862.
Geschnitzter Originalrahmen.

Der Maler Eugène Louis Lami studierte ab 1815 im Atelier von Horace Vernet. 1817 wechselte er an die École des Beaux-Arts und beendete sein Studium unter Antoine-Jean Gros. Nach seinem Studium war er für einige Zeit Hauslehrer des Prinzen von Orléans. Nach der Februarrevolution 1848 ging er als Exilant nach London und auf die Krim. Dorthin unternahm er auch vorher schon mehrer Studienreisen. 1870/1871 floh Eugène Louis Lami während des preußisch-französischen Krieges nach Pregny in der Schweiz.  Bei seinen Arbeiten wurde er von den Künstlern Horace Vernet, unter dessen Einfluss er im Staatsauftrag Schlachten-Gemälden und Historienbilder fertigte, Théodore Géricault und Alfred de Musset inspiriert. Hauptsächlich fertigte er Aquarelle und Gouachemalerei an. Wobei er sich thematisch auf das gesellschaftliche und höfische Leben in der Julimonarchie, im Zweiten Kaiserreich und dem gesellschaftlichen Leben der Länder, die er bereiste, konzentrierte. Neben der Malerei entwarf er Kostüme und illustrierte Bücher.

„Tiens voila ma Pipe. Garde mon Briquet.“ zeigt seine Vorliebe für das gesellschaftliche Leben der Zweiten Kaiserreiches und seiner Nähe zum Königshaus. Man blickt direkt auf das einerseits muntere Vergnügen der Offiziere im Heerlager, als auch das geschäftige Treiben derselben. Im Hintergrund versammeln sich Offiziere mit erhobenen Bajonetten und gehissten Flaggen. Weiter vorn sitzen einige dieser Männer bei einem Glas zusammen am Tisch. Die Uniform gelockert. Bajonette und Trommel beiseite gestellt. Einer der Soldaten jedoch entfernt sich mit geschultertem Bajonett vom Tisch. Eine Pfeife erhoben und ein Blick über die Schulter werfend. So als würde er die Worte „Tiens voila ma Pipe. Garde mon Briquet“ („Hier ist meine Pfeife. Behalte mein Feuerzeug“) an die Frau richten, die sich von hinten an seinen Arm klammert. Man erhält einen Einblick in das Leben der höheren militärischen Ränge im Heerlager, obwohl dieser sich eher auf eine friedlichere Phase bezieht. Nichts desto trotz schafft es Eugène Louis Lami ein ansatzweise dokumentarisches Bild zu schaffen, dass sich durch eine in den Vordergrund gezogene Geschichte von anderen „Schlachten“ Bildern abhebt. Durch die genaue Wiedergabe der Uniformen wird das Geschehen zeitlich eingeordnet. Und trotzdem der Fokus auf das gesellschaftliche Zusammensein gelegt.

Literatur:

  • Eugène Louis Lami, in: Thieme-Becker Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 22, E.A. Seemann Verlag, Leipzig, 1958