Henri-Charles Daudin

1864 Paris – 1917 Paris

Mit spitzer Nadel

Öl / Leinwand    50 x 65 cm

Signiert. Rückseite ebenfalls signiert und datiert.     Henri Daudin 1906

Henri-Charles Daudin studierte an der École des Beaux-Arts de Paris und war dort Schüler von Alexandre Cabanel und Fernand Cormon. Er lernte dort einen von Historienmalerei geprägten Malstil, der trotz eines akademisch, realistischen Stils moderne Züge aufwies. Seine Werke jedoch weisen eine vom französischen Impressionismus geprägte Sichtweise auf und wenden sich von dem ursprünglich Gelernten ab. Hauptsächlich schuf er Portraits, weibliche Akte und ideale Kostümszenen, die er ab 1892 im Salon de Société des Artistes Franchise ausstellte.

Sein Gemälde „Mit spitzer Nadel“ zeigt eine Momentaufnahme. Zwei Frauen, die nebeneinander mit ihren Stickarbeiten im Freien sitzen.Sie sind vertieft in ihre Arbeit und erhaschen nur kurz einen Blick auf die Arbeit der jeweils Anderen. Ein Werk, das Portrait und Kostümszene verbindet. Nur auf die beiden Frauen fokussiert, gibt Henri-Charles Daudin die Personen an sich und ihre Kleidung realistisch und detailgetreu wieder. Der Hintergrund scheint zu verschwimmen und ist als undefinierbare Landschaft aus Wiese und Bäumen zu erkennen. Er tritt im wahrsten Sinne des Wortes in den Hintergrund. Den impressionistischen Einfluss wiederspiegelnd arbeitet er mit kleinen Lichteffekten, durch die die ganze Szenerie wirklich ins freie versetzt wirkt. Man selbst befindet sich mit auf der Wiese und schaut den beiden Frauen zu. Der Künstler schafft es einen Moment so einzufangen, dass er gestellt wirkt und ein Zeugnis seiner Zeit sein könnte.