Herbert Weitemeier

1935 Berlin – 1998 ebenda

Varieté

Öl / Platte    100 X 150 cm

 

Herbert Weitemeier bekam seinen ersten Zeichenunterricht von seinem Vater.
Auch schon laienhaft setzte er seine Erlebnisse während des Zweiten Weltkrieges, während dem er erst nach Tschechien fliehen musste, um anschließend mit einem Flüchtlingszug nach Berlin zurück zu marschieren, künstlerisch indirekt um. Sie stellten kein offensichtliches Thema seiner Werke dar, dennoch scheinen sie untergründig durch.
Nach Abschluss der Schule begann er eine Tischlerlehre.
1957 nahm er sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin auf. Dort studierte er zwei Jahre unter Hans Jaenisch (1907-1989) und Ernst Schumacher (1905-1963).
Nach seinem letzten Studienjahr, das er von 1959-60 an der École des Beaux Arts in Paris verbrachte, zog er für 12 Jahre nach Vallauris, Südfrankreich. 

Mit diversen Einzel- und Gruppenausstellungen war Weitemeier sowohl in Berlin, als auch in Vallauris, Rom, Wilhelmshaven, Gütersloh, München, Bremen und New York vertreten.
1997 fand eine Retrospektive in der Mairie von Vallauris statt.
1982 erhielt er den Charlottenburger Kunstpreis.
Während seiner Berliner Schaffenszeiten hielt er sich vor allem im Umfeld der Berliner Malerpoeten auf. Einer Gruppe von 14 malenden Schriftstellern, die 1972 gegründet wurde. Auch Kreuzberger Bohème gennant, lässt sich als Initiatorin der Gruppe Aldona Gustas (*1932) nennen.
In seiner Stammkneipe „Kleine Weltlaterne“ in der Kohlfurther Straße in Berlin veranlasste Weitemeier mit anderen Malern der Malerpoeten eine „Bewegung“. Sie stellten dort ihre Bilder aus und konnten so Aufmerksamkeit für ihre Art der Kunst erlangen.

Häufig verwendete er für seine Arbeiten große Bildformate, die meist aus Platten mit eigens dunkel gemalten Leisten als Rahmen bestanden.
Er zeigte in seinen Arbeiten, das was er sah und erfuhr. Er versuchte in seinen Werken Geschichten zu erzählen, die man selbst immer wieder neu entdecken kann. 

Auch „Varieté“ erzählt diese Geschichten. Nicht nur eine, sondern mehrere. In jeder Ecke des Werkes lässt sich etwas anderes finden, in das man sich vertiefen kann, in das man sich hineindenken kann. Im Gesamten, aber auch im Einzelnen schafft Weitemeier hier eine lebendige und spannende Komposition, die fasziniert.