Karl Otto Götz

1914 Aachen – 2017 Wolfenacker

Blohn 1996

Gouache auf Papier     34,8 x 26,4 cm

Signiert. K. O. Götz
Rückseitig bezeichnet. „Blohn 1996“

“Durch psychischen Automatismus und Paroxysmus das Wunder beim Schopfe packen.”

Karl Otto Götz (1914 in Aachen geboren und 2017 im Alter von 103 Jahren in Wolfenacker gestorben) besuchte ab 1932 die Webe- und Kunstgewerbeschule in Aachen. Trotz eines Mal- und Ausstellungsverbotes durch die Reichskulturkammer 1935-1945 arbeitete Götz heimlich an seiner Kunst weiter und freundete sich 1940 bei seinem Aufenthalt in Dresden (Besuch der Galerie Kühl und Kunstakademie) mit Otto Dix an. 1959-1979 trat er die Professur an der Kunstakademie in Düsseldorf an. Dort unterrichtete er unter anderem Gotthard Graubner, Gerhard Richter, Sigmar Polke, H.A.Schult, Franz Erhard Walther und Rissa (bürgerlicher Name Karin Götz, geborene Martin), die er später auch heiratet. Inspiriert wird er bei seiner Arbeit von den Werken von Willi Baumeister, Miró, Ernst, Klee, Picasso und Kandinsky.

“Chaos und Kalkül, um es überspitzt zu formulieren, das sind nicht die beiden Extreme, zwischen denen sich seine Malerei bewegt, sondern das sind die beiden Extreme, die in seiner Malerei eine Symbiose eingehen.”

Götz, einer der Hauptvertreter des “Deutschen Informel”, löst in seiner Malerei festumrissene Formen auf und verbindet sie zu neuen “Passagen und Verflechtungen”. Sie sollen zusammenhängen und eine Einheit bilden. Das künstlerische Tun soll sichtbar werden. “Mir kommt es darauf an, objektive Sachverhalte im Bild zu zeigen.”

Mit diesen Worten lässt sich auch seine Arbeit “Blohn 1996” beschreiben. Ein Bild voller Dynamik und Kraft. Eine bewegte Einheit aus ineinander verschwimmenden blauen und schwarzen Farbpartien, die über die gesamte Bildfläche in jede Richtung schießen. Eigentlich von Unruhe, Durcheinander und Chaos geprägt, strahlt es doch eine gewissen Ordnung aus. Keine strenge, sondern eine spontane und frische. Fast wie ein geordnetes Chaos. Fehlende Formen lassen das Ganze anorganisch wirken, wie eine Flüssigkeit, die in Bewegung ist. Man wird unwillkürlich mitgerissen und in die Bewegung hineingezogen, zum Nachdenken angeregt und lässt automatisch die eigenen Gedanken kreisen, sich bewegen ohne zu einem klaren Punkt zu kommen. Götz schafft es zwei gegensätzliche Dinge zu vereinen: Spontanität und Ordnung. Auf eine Art und Weise, die nicht gestellt und überlegt wirkt, sondern frei und ungezwungen.

Aufnahme ins Werkverzeichnis der K.O.Götz und Rissa-Stiftung bestätigt

 

Quelle: www.ko-götz.de

Literatur:

  • Fischer, Alfred M.: Zur Malerei von Karl Otto Götz; in: Ausstellung Karl Otto Götz – Retrospektive (Werke 1935 -1989), Karl Faber, München, 1990