Liselotte Schramm-Heckmann

1904 Duisburg – 1995 Erkrath

Strauß in rotem Tonkrug am Rhein

Öl / Holzplatte   75 x 60 cm

Monogrammiert und Datiert.   „LSH 1952“
Rückseitig betitelt.

Die Malerin Liselotte Schramm versuchte sich schon früh im Malen und Zeichnen.
Von Hans Thoma (1839-1924) und Albert Schweitzer (1875-1965) beeinflusst wurde ihr 1914 Zeichenunterricht bei Fritz Linde (1882-1935) ermöglicht.
Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Werner Schramm (1898-1970), der sechs Jahre älter war, kennen. Sie trafen sich nun regelmäßig zum gemeinsamen Zeichnen und Malen.
Nach ihrem Schulabschluss wechselte sie zu Hans Rilke (1891-1946).
Ab 1921 lernte sie bei Marie Henrici in Alsbach.
Zwei Jahre später begann sie als Kostümzeichnerin am Schauspielhaus in Düsseldorf zu arbeiten.
Gemeinsam mit ihrem Mann, der als Bühnenbildner tätig war, arbeitete sie auch an anderen Bühnen in Deutschland. Bis 1925 gehörten anderem Bühnen in Hamborn, Mönchengladbach, Oberhausen und Gladbeck dazu.
Nach ihrer Hochzeit 1925 waren beide nur noch als freischaffende Künstler tätig.
Anschließend zogen sie für ein Jahr nach Fiesole bei Florenz.
1926 siedelten sie nach Meudon bei Paris über und lebten dort bis sie 1931 nach Düsseldorf zurückkehrten.
Ab diesen Zeitpunkt waren beide sowohl im In- und Ausland bekannt und konnten ihre Kunst ausstellen.
Sie gehörte der Künstlergruppe "Peintres de la Réalité", die sich später zum "Mouvement Trompe-l'oeil/Réalité" entwickelte. Auch war sie Mitglied im verein Düsseldorfer Künstlerinnen.
Blumen und Stillleben, aber auch Familien- und Kinderbildnisse gehörten zu ihrem Sujet.
Genau auf den Strich aufgebaute Zeichnungen, deren Rahmen sich in die wohl aufeinander abgestimmten Stufen der Farben einpassten, machten ihr Werk aus. 

Ihr „Strauß in rotem Tonkrug am Rhein“ zeigt eines ihrer farblich abgestimmten Werke.
Ein Strauß mit heimischen Blumen, der auf einer Fensterbank in einem roten Tonkrug steht, unterbricht den Blick auf die niederrheinische Flusslandschaft.
Angedeutete Vanitas-Symbolik durch heruntergefallene Blätter lassen klassische Züge eines Stilllebens erkennen. Jedoch erscheint es nicht im klassischen Stil.
An Blumenstillleben Herbert Böttgers (1898-1954) erinnernd, die mit ihrem Blick aus dem Fenster an einem Blumenstrauß vorbei auf eine niederrheinische Landschaft starke Ähnlichkeit aufweisen, ist diesem Werk von Liselotte Schramm-Heckmann eine reduzierte und zurückhaltende Farbgebung zu eigen.
Konzentration auf eine realistische Wiedergabe der verschiedenen Blumen und der gleichzeitigen realistischen Abbildung der Landschaft im Hintergrund machen dieses Werk aus.