Otte Mark

*1940 Schelmenloch in Seelbach

Kompositionen

1990

Acryl auf Leinwand über Holz   59,5 x 79,5 cm

Rückseitig signiert und datiert.

Da ich bei Entwicklungen meiner Werkphasen und Einzelarbeiten stets die entscheidenden Denk-Begriffe und Bild-Inhalte recherchiere, stoße ich öfters auf überraschende Querverbindungen.“

Der Künstler Otte Mark wuchs in Schramberg-Sulgen im Schwarzwald auf.
Nach zwei Wohnortswechseln 1954-64 nach Bad Salgau, Weingarten und Biberach in Oberschwaben und 1964-84 nach Aach im Hegau, ließ er sich 1984 in Krefeld nieder.
Seit seiner Kindheit war er malerisch tätig und arbeitete ab 1982 freischaffend tätig.
Seine knapp 4000 Werken, die aus Malerei, Collagen, Zeichnungen, Plastiken und Installationen bestehen, sind trotz unterschiedlicher Gestaltungsweisen von einer ganzheitlichen Sicht geprägt, die durch „Zusammenschauen und Vergleichen untereinander“ charakterisiert wird.
Bei zahlreichen Einzelausstellungen, unter anderem 1990 bei der LINEART in Gent mit seinen Schilder-Bildern, zeigt er seine Werke dem Publikum.
Aber auch in Veröffentlichungen andere Medien, wie dem Fernsehfilm von Walter Rüdel 1979 und eigenen Schriften, unter anderem „Reine Malerei wird Avantgarde“ von 1990, veranschaulicht er seine Kunsttheorie und Umsetzung.
Durch tüfteln an eigenständigen Bildwelten und Schaffung von räumlichen Erfahrungen, die von einer neuen Formwerdung begleitet werden, kreiert Otte Mark erstaunliche Welten, in die man sich als Betrachter verlieren kann.

Auch seine Kompositionen eröffnen dem Betrachter neue Einblicke. Zwei nebeneinander gesetzte Bildwelten, die scheinbar nichts mit einander zu tun haben, lässt der Künstler auf einem Bildträger zusammentreffen. Sie verschmelzen trotz ihrer Unterschiede zu einem Ganzen und beginnen zu harmonisieren. Sie passen sich einander an und ergeben eine Einheit in ihrer Unterschiedlichkeit. Sie gehören auf ihrer Weise zusammen und bedingen sich gegenseitig. Otte Mark eröffnet so dem Betrachter eine neue Sichtweise und Herangehensweise an das Werk.

Als "Kleine Zweierbilder" konzipiert, setzt Otte Mark seine Kompositionen aus zwiespältigen Bildelementen, die sich auf einem aus Leerformen und -flächen bestehenden Bildgrund befinden, zu einer gemeinsamen Realität zusammen.
In verschiedenen Werkphasen schuf er verschiedene Arten seiner "Zweierbilder".
Anfangs stilisierte er zwei originale Malvorlagen von Kindern und setzte sie mittig geteilt auf eine Bildfläche.
In der zweiten Phase löste ein selbst entworfenes Motiv eines der Kinderbilder ab.
Im weiteren Verlauf seiner Schaffensphase löste er sich gänzlich von den Malvorlagen und fügte zwei spontan abstrahierte Motive zu einem Bild zusammen.
Bis er schließlich in seinen jüngsten Arbeiten zwei verschieden abstrahierte und fantasierte Formen und Strukturen zusammenbrachte, die keine stilisierten Gegenständen mehr aufwiesen.