Walter Schnackenberg

1880 Bad Lauterberg /Harz – 1961 Rosenheim

Damenportrait

Öl /Leinwand     60  x  47  cm

Um 1910

Signiert

 

Verkauft

Der Künstler Walter Schnackenberg besuchte ab 1899 die private Zeichenschule von Ludwig Schmid-Reutte. 1900 begann er für ein Jahr sein Studium an der privaten Malschule von Heinrich Knirr. Dieses Studium führte er ab 1902 an der Münchener Kunstakademie unter Franz von Stuck weiter. Nach mehreren Studienreisen nach Frankreich, Belgien, Holland, Italien, Spanien und Marokko schloss er sein Studium 1905 ab. Er blieb ab 1908 für ein Jahr in Paris. Dort machte er durch Wilhelm Uhde Bekanntschaft mit Pablo Picasso.
Nach seiner Rückkehr nach München unterhielt er mehrere Ateliers. Ab 1933 wurden seine Werke von den Nationalsozialisten als entartet eingestuft.
Nach seinem Paris Aufenthalt wurde er in seiner Arbeit hauptsächlich durch die Plakate des Künstlers Henri de Toulouse-Lautrec inspiriert.
Er fertigte hauptsächlich Zeichnungen, oft auch für die damaligen Kunstzeitschriften “Jugend” und “Simplicissimus”, und Plakate an. Besonders seine frivolen Plakate unter anderem für das Deutsche Theater in München sind darunter am bekanntesten. Meistens widmete er sich in seinen Arbeiten weiblichen Akten, eleganten Damenbildnissen und heiter-erotischen Motiven. 

Sein Gemälde “Damenportrait” zeigt eines dieser Damenbildnisse. Mit leicht erhobenem, vorgeschobenem Kinn und halb geöffneten Augen blickt eine Dame aus dem Gemälde heraus auf den Betrachter. Mit einem leichten weißen Kleid bekleidet und einem Tuch locker über den Kopf gelegt wirkt ihre Erscheinung abgerundet. Sie passt sich in den geblümten Hintergrund ein und scheint auf eine gewisse Art damit zu verschwimmen. Dennoch fühlt man sich durch ihren Blick beobachtet. Abschätzend und leicht überheblich scheint sie einen zu mustern. Gewollt gelangweilt wirkend. So als könnte man ihr nichts anhaben. Und dennoch wirkt sie durch ihre leichte Kleidung verletzlich. Es kommt die Frage auf mit wer diese Frau überhaupt ist.
Auch ist in diesem Gemälde die Nähe Walter Schnackenbergs zur französischen Malerei zu erkennen.   

 

 

Quelle:

  • www.walter-schnackenberg.com