Ernst Fuchs. Ohne Titel. Radierung. 42 x 33cm

Ernst Fuchs

1930 Wien – 2015 ebenda

Ernst Fuchs zählt zu den bedeutendsten Künstlern des „Phantastischen Realismus“. Nach seinen Vorbildern Gustav Klimt (1862-1918), Egon Schiele (1890-1918), Pablo Picasso (1881-1973) und Max Ernst (1891-1976) schuf er seine Werke.

Aus politischen Gründen emigrierte Fuchs‘ Vater 1938 nach Shanghai, sodass der Künstler mit seiner Mutter in Wien zurück blieb.
Dort bekannte er sich bereits mit 12 Jahren zum römisch-katholischen Glauben.
Auf Grund von rassistischen Gründen durfte er das dortige Gymnasium nicht besuchen. Dafür erhielt er Privatunterricht, vor allem in der Bildhauerei und Malerei.
1945, nach Kriegsende, schrieb er sich schließlich an der Wiener Akademie der Bildenden Künste ein und studierte dort unter dem Professor Albert Paris von Gütersloh (1887-1973). In dessen Klasse knüpfte er Kontakte zu Arik Bauer (1929-2021), Rudolf Hausner (1914-1995), Wolfgang Hutter (1928-2014) und Anton Lehmden (1929-2018).
Die Grundlagen der Wiener Schule des „Phantastischen Realismus“ entstand.
In ihren Werken verarbeiteten sie hauptsächlich Themen der Alchemie, christlichen und jüdischen Mystik, Tiefenpsychologisches und verarbeiteten Schmerz und Leid des erlebten Weltkrieges.
1947 reiste Fuchs nach Turin und lernte dort Felipe Casorati (1883-1963) und Giorgio de Chirico (1888-1978) kennen. Zwei der bedeutendsten Maler der Pittura Metaphisica.
Zwei Jahre nach dieser Reise folgte er Friedensreich Hundertwasser (1928-2000), einer seiner engen Freunde, nach Paris. Dort blieb er für 12 Jahre.
Da er in Paris anfangs kein Atelier besaß, malte er Nachts in umliegenden Cafés, sodass er schnell bei den Café Besuchern bekannt wurde. Jean Paul Satre (1905-1980), Jean Cocteau (1889-1963) und Salvador Dali (1904-1989) zählten zu seinen Bewunderern.
1953 verließ er Paris und zog mit seiner zweiten Ehefrau nach New York und Los Angeles. Dort wohnte er mit Dave Brubeck (1920-2012) gemeinsam in einem Baumhaus in der Nähe von Los Angeles und wurde zum Guru einer neuen Kunstszene.
1956 siedelte er nach Israel über, kehrte aber 1961 zurück nach Wien und schaffte dort seinen Durchbruch in der Kunstwelt.
Mit seiner dritten Ehefrau, die er dort kennen lernte, wurde er in den 60er Jahren zur Stil-Ikone. Er entwarf für sie Architektur, Möbel Tapeten und Schmuck.
Sein Käppi und sein goldener Rolls-Royce, den er ab den 70er Jahren fuhr, gehörten zu seinen Markenzeichen.
1972 erwarb der Künstler die jugenstilhafte Otto-Wagner-Villa und eröffnete dort nach zwei jährigen Restaurierungsarbeiten sein Atelier.
Während seiner weiteren Schaffensjahre war Ernst Fuchs viel auf Reisen und arbeitete an verschiedenen Standorten. Unter anderem entwarf er Bühnenbilder für die Hamburger und Münchener Oper.
1988 wurde die Otto-Wagner-Villa schließlich das Ernst-Fuchs Privatmuseum, wo seine Werke ab 1945 ausgestellt wurden.
1990-2003 konnte man unter anderem im Russischen Museum in St. Petersburg und in der Tretyakov Galerie in Moskau eine Retrospektive des Künstlers sehen.