Otto Antoine. Selbstportrait. 1906

Otto Antoine, Selbstportrait, 1906

Otto Antoine. Sanssouci im Winter. vor 1951. Öl / Leinwand. 40 x 50cm

Sanssouci im Winter

Otto Antoine. Schlossbrücke und Dom in Berlin. 1912.

Otto Antoine, Schlossbrücke und Dom in Berlin

Otto Antoine. Hauptsprechamt in Berlin. 1909

Hauptsprechamt in Berlin

Otto Antoine

1865 Koblenz – 1951 Berlin

Der spätimpressionistische Graphiker und Vedutenmaler Otto Antoine galt als bedeutender Repräsentant des kulturellen Berlins und erlangte als „Postmaler“ großen Ruhm.
Nach Abschluss der Schule machte er eine Lehre als Malermeister.
Anschließend schlug er die Beamtenlaufbahn ein trat 1883 als Postgehilfe im Postamt ein. Nach seinem Feierabend bildete er sich autodidaktisch weiter und malte hauptsächlich Motive aus seiner Heimatstadt Koblenz. 
1887 machte er seine Assistentenprüfung und machte im Anschluss einen einjährig-freiwilligen Militärdienst im Pionierbataillon.
1890 wurde er nach Hamburg versetzt. 
Ein Jahr später siedelte er direkt nach Berlin über. Dort begann er nebenberuflich ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste unter Franz Skarbina (1849-1910). 
Auch trat er dem Verein Berliner Künstler bei und nahm regelmäßig an der Großen Berliner Kunstausstellung teil. 
Durch sein künstlerisches Talent und sein Studium übernahm er künstlerische Arbeiten für die Postbehörde, bei der er angestellt war.
1905 reiste er mit einem Stipendium der Postbehörde für künstlerische Studien auf die kanarischen Inseln.
Auch gab das Reichspostmuseum zahlreiche Darstellungen bei ihm in Auftrag, die im Anschluss öffentlich im Museum gezeigt wurden.
1916 unternahm er eine weitere Studienreise nach Neuwarp an der Ostsee. Dort lernte er Hans Hartig (1873-1936) kennen, mit dem er lebenslang freundschaftlich verbunden blieb.
In dieser Zeit lernte er ebenfalls Richard Albitz (1876-1954) und Gustav Fenkohl (1872-1950) kennen und freundete sich mit diesen an.
1933 trat er der Reichskulturkammer bei, um weiterhin als Maler tätig zu sein. Auch stellte er bei der Großen Deutschen Kunstausstellung in München 1938, 1939 und 1944 aus. 
1942 wurde er ausgebombt und siedelte für kurze Zeit nach Schlesien über.
Zwei Jahre später zog er an den Bodensee.
1935 reiste er das erste Mal nach Amerika, um seine Tochter zu besuchen. Seine Erlebnisse dort verarbeitete er in zahlreichen Skizzen.
In seinen Werken blieb er dem Impressionismus verhaftet. Zu seinen hauptsächlichen Motiven gehörten Darstellungen des Post- und Telegrafenbetriebs.
Auch illustrierte er Bücher, unter anderem die „Kleinstadtkomödie“ von Albert Falkenberg (1909) und „Die Technik des 20. Jahrhunderts“ von Adolf Miethe (1912).
Schon zu Lebzeiten erlangte er große Anerkennung und Popularität begünstigt durch zahlreiche Wiedergaben seiner Werke in Kalendern und als Postkartenauflagen.