Peter August Böckstiegel

1889 Arrode b. Werther/Westf. – 1951 ebd.

Der Künstler Peter August Böckstiegel schloss 1907 die Handwerks- und Kunstgewerbeschule Bielefeld ab. Dort lernte er Erich Lossie (1886-1944), Victor Tuxhorn (1892-1964), Ernst Sagewka (1883-1959) und Heinz Lewerenz (1890-1939) kennen. 
Ab 1913 studierte er unter Oskar Zwintscher (1870-1916) und Otto Gußmann (1869-1926) an der Akademie der Bildenden Künste in Dresden.  
In dieser Zeit lernte er Conrad Felixmüller (1897-1977) kennen, mit dem er gemeinsam mit Bernhard Kretzschmar (1889-1972), Otto Lange (1879-1944) und Constantin von Mischke-Collande (1884-1956) die “Gruppe 1917” gründete. Diese stellten gemeinsam mit “Brücke”- Künstlern aus.  
Während seines Kriegsdienstes blieb er durch Kontakt zu Conrad Felixmüller dem Dresdner Expressionismus verbunden und fertigte viele Arbeiten aus Schlesien, Rumänien und Rußland an.  
Nach seiner Rückkehr 1919 aus Rußland trat er der Dresdner Sezession bei, der sogenannten “Gruppe 1919”. In dieser Zeit wurde er kurzweilig der Meisterschüler von Otto Gußmann.  
Ab 1928 widmete er sich nicht mehr nur der Malerei, sondern fertigte auch vermehrt Plastiken an.  
Bei dem Bombenangriff 1945 auf Dresden verlor er sein Atelier und den Großteil seiner Arbeiten.  
Im gleichen Jahr wurde Peter August Böckstiegel der erste Vorsitzende der “Westfälischen Sezession 1945” und bekam vier Jahre später ein Ehrenatelier an der Hochschule der Bildenden Künste in Dresden. 

Peter August Böckstiegel gehört zu den bedeutendsten Vertretern der sogenannten “zweiten Generation des Expressionismus”. Er selbst verstand sich als “westfälischer Bauernmaler” und fertigte hauptsächlich Darstellungen seiner Eltern und von befreundeten Bauern an.  
Inspiriert wurde er in seiner Arbeit von den Werken Vincent van Goghs (1853-1890). Ab 1920 sind vorübergehend auch Einflüsse der Dresdner “Brücke” in seinen Werken zu erkennen, vor allem der Einfluss Karl Schmidt-Rottluffs (1884-1976). Ab diesem Zeitpunkt können seine Werke hauptsächlich dem expressiven Realismus zugeordnet werden.