Rudolf Bauer

1889 Lindenwald/Schlesien – 1953 Deal/New Jersey

Der Künstler Rudolf Bauer begann 1905 sein Studium an der Akademie der Künste in Berlin. Nach einigen Monaten brach er dieses jedoch ab um sich autodidaktisch weiterzubilden. In dieser Zeit schuf er zahlreiche Gemälde, Karikaturen und humoristische Zeichnungen, die in Zeitschriften, wie dem „Berliner Tageblatt“, „Ulk“, „Figaro“ veröffentlicht wurden. 1912 begann er ebenfalls für die Zeitschrift „Der Sturm“  zu arbeiten. Ein Sammelpunkt für Kunst und Künstler des deutschen Expressionismus und der internationalen Avantgarde. Durch diesen Kontakt stellte Rudolf Bauer das erste Mal 1915 in einer Gruppenausstellung der Galerie von Herwarth Walden (1878-1941), dem Herausgeber von „Der Sturm“, aus. Dort lernte er auch Hilla von Rebay (1890-1967) kennen. Ab 1918 war er in der von Georg Muche (1895-1987) geleiteten „Sturm“-Kunstschule tätig. Nach Kriegsende gründete er unter anderem mit Max Pechstein (1881-1955), César Klein (1876-1954), Georg Tappert (1880-1957), Moriz Melzer (1877-1966) und Heinrich Richter-Berlin (1884-1981) die Künstlerbewegung „Novembergruppe“. Ein Jahr später schloss er sich mit dem Architekten Otto Nebel (1892-1973) und Hilla von Rebay zu der Künstlergemeinschaft „Die Krater“ zusammen. 1929 eröffnete Rudolf Bauer sein privates Museum „Das Geistreich“, wo er einen Kunstsalon für abstrakte Kunst schaffen wollte. 1939 emigrierte er schließlich in die USA, nachdem er ab 1932 zahlreiche seiner Werke mit Hilfe von Hilla von Rebay, die zu diesem Zeitpunkt Leiterin der Guggenheim-Sammlung war, dorthin verkaufte.

Sein anfänglich impressionistisches Werk veränderte sich in der Frühphase zu kubistischeren und expressionistischeren Darstellungen. Ab 1915/16 nehmen abstrakte Motive, inspiriert durch Wassily Kandinsky (1866-1944), mehr und mehr zu. Ab den 1920er Jahren lässt er sich viel von Werken des russischen Konstruktivismus und der niederländischen Gruppe „ De Stijl“ beeinflussen.